(Corona) Blues
Nach Wochen des Lockdowns stellt sich eine gewisse Gleichgültigkeit, ein Gewöhnungsprozess ein. Die Tage verlaufen mehr oder weniger gleich, es gibt nicht viel Abwechslung. Die Nachrichten wiederholen sich oder verschwimmen zu einem Einheitsbrei. Vielleicht hast du keine Lust mehr darauf. Die Diskussionen in der Politik und den sozialen Netzwerken verfolgst du schon gar nicht mehr. Und wenn dich doch etwas davon erreicht, regst du dich entweder darüber auf oder tust es als unreifes Gehabe ab. Du hast den Überblick verloren, falls überhaupt mal jemand jemals welchen hatte. Der Wunsch, dass das Ganze endlich ein Ende hat, ist da. Was genau ein Ende haben soll, ist dir allerdings nicht klar. Vielleicht ist es auch nur der Winter? Die dunkle Jahreszeit?
Wenn die Gefühle überhand nehmen und so vielfältig sind, dass sie miteinander verschwimmen, ist es manchmal schwer, einen Gedanken zu finden, der sich mit den Fragen von The Work überprüfen lässt. In diesem Fall kann es eine Hilfe sein, deine Gefühle einfach unstrukturiert aufzuschreiben und dich dann zu fragen, welchen Gedanken du glauben müsstest, um dich so zu fühlen, wie du es gerade tust.
In meinem Beispiel sind das Gedanken wie:
Es ist immer das gleiche.
Es hört nie auf.
Das Leben ist ein Einheitsbrei geworden.
Ich brauche wieder Überblick.
Ich will, dass der Lockdown ein Ende hat.
Davon nimmst du dir den Gedanken, der dich in deinem Moment am meisten belastet und überprüfst ihn. Denke daran: Es geht nicht darum, mit The Work ein unangenehmes Gefühl weg zu machen. Es geht darum, die Wahrheit über eine Situation oder Person zu entdecken. Diese ist es, die dich frei macht.
Es ist ein Abenteuer, deine Gedanken “nur” der ersten Frage zu unterziehen. Ist das wahr?
Sitze darin. Sitze in deinem Gedanken und der Frage.
Vielleicht entdeckst du, dass du dich in einem Film, oder wie Katie sagt, in einem Traum befindest. Einem Traum aus Gedanken, Bildern und Zeit. Vielleicht entdeckst du in deiner Antwort die Wahrheit, die dich in den Moment führt. Du wachst förmlich auf. In dein Leben hinein, deinen Körper, deine Angelegenheiten, deine Kraft.