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Melanie Weber Melanie Weber

Die Selbstoptimierungsfalle

Es gibt viele Tools, die dir helfen sollen, dich selbst zu verbessern. Natürlich steht es dir frei, auch The Work auf diese Weise zu betrachten und zu nutzen. Du wirst, bei ehrlicher Überprüfung, aber wahrscheinlich früher oder später feststellen, dass der Gedanke, dass an dir selbst etwas zu optimieren wäre, auch ein Gedanke ist, der es wert ist geprüft zu werden.

Es gibt viele Tools, die dir helfen sollen, dich selbst zu verbessern. Natürlich steht es dir frei, auch The Work auf diese Weise zu betrachten und zu nutzen. Du wirst, bei ehrlicher Überprüfung, aber wahrscheinlich früher oder später feststellen, dass der Gedanke, dass an dir selbst etwas zu optimieren wäre, auch ein Gedanke ist, der es wert ist geprüft zu werden.

Ich sollte mich/ bzw. etwas an mir optimieren.

  1. Ist das wahr?

    Ja. Ich bin oft nicht 100% zufrieden damit, wie ich bin und finde immer etwas an mir auszusetzen, selbst wenn ich weiß, dass das nicht besonders zielführend ist, deshalb lautet meine Antwort Ja.

  2. Kannst du das mit absoluter Sicherheit wissen?

    Auch wenn hier als erstes ein lautes Ja auftauchen will, sitze ich etwas länger mit der Frage…Und nein, ich kann es nicht mit absoluter Sicherheit wissen, dass ich mich bzw. etwas an mir optimieren sollte. Nein.

  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du den Gedanken glaubst?

    Ich fühle mich angespannt, wie ein Sportler vor dem Startschuss. Ich bin angestrengt. Ich vergleiche mich mit anderen, die in meinen Augen optimaler sind. Die mit ihren Möglichkeiten “besser” umgehen als ich, die mehr aus sich machen als ich das tue. Ich fühle mich amerkanisch ,-) Eine “vom Tellerwäscher zum Millionär” Geschichte will auftauchen. Ich sehe mich “groß rauskommen” wenn ich “es” geschafft habe. Ich fange an, mich zu kritisieren und eine innere Liste mit vielen kleinen Details oder auch größeren Dingen zu führen, die an mir nicht in Ordnung sind. Ich kann nicht akzeptieren, wer und wie ich bin. Ich lehne mich ab. Bei flüchtiger Betrachtung könnte ich meinen inneren Zustand mit diesem Gedanken als “energetisch” bezeichnen, aber eigentlich ist er nur anstrengend und quälend.

  4. Wer bist du ohne den Gedanken?

    Ohne den Gedanken, ich sollte mich/ etwas an mir, optimieren, lande ich im Moment. Ich fühle mich in meinem Körper und mit ihm verbunden. Ich nehme wahr, dass ich diejenige bin, die sich selbst wahrnimmt. Ohne den Gedanken gibt es keinen Vergleich mit anderen und keinen Vergleich mit einer besseren Version von mir selbst. Ohne den Gedanken bin ich ok. Die Idee von Optimierung scheint absurd. Sie ist, ohne den Gedanken, eine Illusion.

Kehre den Gedanken um.

Ich sollte mich/ etwas an mir nicht optimieren.

  • Ohne den Gedanken gibt es nichts zu optimieren, warum also sollte ich das tun (wollen)?

  • Ich sollte mich nicht ablehnen, sondern mit mir selbst verbunden sein, das fühlt sich sehr viel friedlicher an, als etwas an mir optimieren zu wollen (Achtung! Hier könnte ein neuer Glaubenssatz versteckt sein.)

  • Ich sollte mich nicht optimieren, weil ich (bei anderen) das Unperfekte schätze. Ich mag nicht diese unnahbaren, glatt gebügelten Strahlemenschen, die auf mich immer etwas unecht wirken. Warum sollte ich das dann für mich selbst wollen?

Ich sollte mein Denken optimieren.

  • Oh ja! Das ist sehr wahr. Mein Denken sollte ich durch die Überprüfung mit The Work optimieren. Ihm helfen, die Realität zu akzeptieren und sich nicht in Geschichten von etwas “optimalerem” zu verlieren.

  • Ich sollte mein Denken optimieren, in dem ich ihm helfe, freundlicher mit mir selbst zu sein. Mich nicht zu verurteilen sondern mich darin zu unterstützen, meinen Weg zu gehen. In Verbundenheit mit mir selbst, nicht im Kampf mit mir.

  • Die Umkehrung “Ich sollte mein Denken optimieren” macht mir deutlich, dass es sich dabei um einen Prozess handelt, der gelebt werden will. So wie ein Sportler regelmäßig trainiert, um optimalere Leistungen bringen zu können, will mein Denken regelmäßig trainiert werden.

Ich sollte mich/etwas an mir verschlechtern.

  • Diese Umkehrung zeigt mir, dass es sich beim Optimum oder bei seinem Gegenteil, um sehr variable und dehnbare Bezeichnungen handelt. Wer sagt schon, was optimal oder schlechter als das ist? Ich sollte mich also verschlechtern, indem ich mich von meinem vorgestellten Ideal von mir verabschiede und Kontakt aufnehme zu der Person, die ich jetzt bin. Möglicherweise ist das in meinem Streben nach Perfektion eine Verschlechterung aber in der Realität viel friedlicher und liebevoller als das.

  • Vielleicht bin ich auch so mutig und prüfe diese Umkehrung. Prüfe, ob ich z. B. wenn ich in meinen Augen einen schlechten Tag habe, nicht gut aussehe (Bad Hair Day ,-)) oder mich schlecht angezogen fühle, trotzdem gesehen und gemocht werde. Denn mein Streben nach Perfektion ist nichts anderes als die Suche nach Liebe, Anerkennung und Wertschätzung.

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Melanie Weber Melanie Weber

Ich habe Schmerzen.

Ich habe Schmerzen.

Wie kann ich etwas überprüfen, was so offensichtlich wahr ist? Bei der Überprüfung geht es nicht darum, die Realität zu verändern, das ist ja auch gar nicht möglich. Es ist eine Einladung zu einer Reise ins eigene Innere. Eine Selbst-Überprüfung. Dabei kannst du viel entdecken. Viel hilfreiches und erhellendes. Auch über Schmerzen.

Seit Monaten habe ich durch einen Fersensporn Schmerzen im rechten Fuß, kann nicht auftreten ohne Schmerzen. Inzwischen habe ich diverse Behandlungen hinter mir und bisher noch keine Linderung erfahren. Vielleicht geht es dir ähnlich mit einem bestimmten Körperteil, einem Organ oder einer anderen körperlichen “Baustelle”. Begleite mich gerne durch diese Überprüfung. Vielleicht können wir gemeinsam etwas Licht in die Angelegenheit bringen.

Was ist das Problem? Die Schmerzen? Wenn ich nicht laufe habe ich keine Schmerzen. Beim Schlafen habe ich keine Schmerzen. Sind sie also wirklich das Problem? Ok manchmal will ich laufen um zum Beispiel meine Arbeit zu machen, einzukaufen, in der Wohnung herumzulaufen. Das tut dann weh. Ich würde gerne auch andere Dinge machen, spazieren gehen zum Beispiel. Das geht grad nicht. Was belastet mich im Augenblick mehr?

Ich habe Schmerzen.

  1. Ist das wahr? Nein. (Im Augenblick sitze ich am Tisch und schreibe auf meinem Laptop diesen Text. Ich nehme zwar wahr, wie ich mich an den Schmerz erinnere und ihn befürchte sobald ich aufstehe aber im Augenblick bin ich schmerzfrei).

  2. (diese Frage entfällt, wenn die erste mit Nein beantwortet ist)

  3. Was passiert und wie reagiere ich, wenn ich den Gedanken glaube? Sofort will etwas in mir aufbegehren und sagen “ich glaube nicht nur dass ich Schmerzen habe, ich habe wirklich welche!” Trotzdem lasse ich mich auf die Frage ein und sitze darin.

    Wenn ich in der jetzigen Situation den Gedanken denke “Ich habe Schmerzen” dann befürchte ich den Moment, in dem ich wieder aufstehe, ich bin in der Zukunft. Ich erinnere mich an die Monate, die zurückliegen und in denen der Schmerz mein Begleiter war. Ich fühle mich hilflos und ausgeliefert. Ich erinnere mich an das, was ich oder Ärzte schon versucht haben, ohne Erfolg. Ich hoffe auf eine andere, bessere, neue Behandlung, auf das Ende der Schmerzen. Ich bin im Widerstand mit dem Augenblick. Ich tue mir leid, versuche aber auch tapfer zu sein, die Situation anzunehmen wie sie ist. Ich vergleiche mich mit Menschen, die gerade das tun was ich nicht schmerzfrei tun kann. Ich bemerke, dass ich mich mit dem Gedanken versuche auf den Moment vorzubereiten, der unweigerlich kommen wird. Ich versuche, den künftigen Schmerz abzumildern, in dem ich mich jetzt schon damit beschäftige. (Spoiler: Funktioniert nicht)

  4. Wer bin ich ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken habe ich jetzt gerade in diesem Moment keine Schmerzen. Ich bin ohne die Vergangenheit oder Zukunft mit Schmerz. Ich bin wie ein neugeborenes Kind. Sehr entspannt, glücklich. Ich brauche keine Vorbereitung oder Nachsorge.

Kehre den Gedanken um.

Ich habe keine Schmerzen.

  • Das ist wahr. In diesem Moment habe ich keine Schmerzen.

  • Mir fallen andere Situationen ein, in denen ich keine Schmerzen habe. Es gibt Körperteile, an denen ich keine Schmerzen habe. Mehr als mir bewusst war.

Mein Denken hat Schmerzen.

  • Mein Denken hat im jetzigen Moment schon Schmerzen, wenn es sich an den Schmerz erinnert oder wenn es ihn vorwegnimmt.

  • Es stellt sich den kommenden Schmerz vor, versucht ihn abzumildern und ist erfolglos damit. Diese Erfolglosigkeit macht noch zusätzliche Schmerzen.

Wenn du dich mit dem Thema “körperliche Schmerzen” weiter beschäftigen möchtest, empfehle ich dir dieses Video mit deutscher Übersetzung. Darin begleitet Katie eine Frau, die ihre Gedanken über ihren kranken Körper (mit der Diagnose Rheuma) prüft. Ab Minute 19:35.

https://www.youtube.com/watch?v=DWP0OmrNs-c

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Melanie Weber Melanie Weber

Eifersucht

Eifersucht kann unendlich quälend sein und in allen möglichen Verkleidungen auftauchen. Mal ist es der Blick, den der Partner jemand anderem zuwirft, mal ist es die Kollegin, die von allen gemocht wird und im Licht der Aufmerksamkeit steht…

Eifersucht kann unendlich quälend sein und in allen möglichen Verkleidungen auftauchen. Mal ist es der Blick, den der Partner jemand anderem zuwirft, mal ist es die Kollegin, die von allen gemocht wird und im Licht der Aufmerksamkeit steht.

Mal ist es vielleicht auch ein Lifestyle, den du bewunderst und gerne für dich hättest. Und dabei muss es sich nicht um materielle Güter handeln. Es kann auch der Besuch sein, den jemand anderes hat und du nicht. Aufmerksamkeit, Liebe, Wertschätzung, Respekt, aber auch Materielle Güter, Freunde, Zeit, ein bestimmter Körper, Haare, Nase, Stimme, Gang, Talent, Lachen…es gibt nichts was sich nicht eignet, um zum Gegenstand von Eifersucht zu werden. Eifersucht will dich in dem Moment, in dem du sie empfindest, oft dazu bringen, die Leere, den Zweifel, die Angst zu füllen, zu beenden. Manchmal versuchen wir dafür andere zu beeinflussen, zu manipulieren. Oder wir manipulieren oder verbiegen uns selbst.

Eifersucht ist körperlich spürbar, sie befindet sich oft im Bauch, etwas nagt in den Eingeweiden, so das Sprichwort. Manchmal liegt sie auf der Brust. Sie drängt dich dazu aktiv zu werden, irgendetwas zu tun, Kontrolle zu finden. Eifersucht will dich glauben machen, dass du etwas “AUCH” brauchst. Um wirklich glücklich zu sein brauchst du AUCH genau das, was eine andere Person hat.

Doch hat die andere Person das wirklich? Hat sie die Aufmerksamkeit der von dir geliebten Person (statt du selbst - der sie selbstverständlich eher zusteht ,-)), hat sie die Anerkennung von anderen wirklich?

Ich möchte diesen Gedanken prüfen und lade dich ein, mich zu begleiten. Stell dir eine Situation rund um eine Freundschaft vor, in der eine Freundin, plötzlich eine neue enge Vertraute hat. Sie wendet sich dieser neuen Freundin zu. Ich bekomme mit, wie sie sich mit der anderen trifft und die beiden (ohne mich) sehr viel Spaß haben. Ich bin eifersüchtig auf die neue Freundin.

Was hat sie, was ich auch möchte? Sie hat die Aufmerksamkeit meiner Freundin.

Sie hat die Aufmerksamkeit meiner Freundin.

  1. Ist das wahr? In Gedanken sehe ich die beiden zusammensitzen, einen Wein trinken, lachen. Deshalb ist meine Antwort Ja.

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Hier taucht der Gedanke auf, dass ich nicht sicher wissen kann, auf was die Aufmerksamkeit meiner Freundin in diesem Moment wirklich liegt. Ich bin ja nicht da. Deshalb ist meine Antwort Nein.

  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du den Gedanken glaubst? Ich fühle mich abgelehnt, abgelegt wie einen alten Mantel, unwichtig, wertlos. Ich bin getrennt von dem was gerade in diesem Moment um mich herum passiert. Ich bin wie in einem Kino und schaue einen Film über eine Freundschaft. Ich bin neidisch, voller Selbstmitleid und auch wütend, weil ich nicht dabei bin.

  4. Wer bist du ohne den Gedanken? Ich nehme Kontakt auf mit dem gegenwärtigen Moment, bemerke wo ich bin, wo ich sitze, dass es mir gut geht. Dass ich gerade gar keine Lust auf Gesellschaft habe und auch nicht auf Wein. Ich habe plötzlich meine eigene Aufmerksamkeit. Für das was in mir und um mich herum vorgeht. Mir ist es irgendwie egal, was die beiden machen ohne mich. Es ist nicht meine Angelegenheit. Es taucht die Möglichkeit auf sie zu fragen, ob ich beim nächsten Treffen dabei sein kann. Dann wird mir klar, dass ich das gar nicht möchte. Aber es wäre eine Möglichkeit, ich könnte ja fragen.

Umkehrungen:

  • Ich habe meine Aufmerksamkeit. Ja in dem Moment, in dem ich ohne den Gedanken bin, verbinde ich mich mit mir selbst. Dann bemerke ich was in mir und um mich herum vor sich geht. Was ich möchte oder auch was ich glaube zu möchten.

  • Sie hat meine Aufmerksamkeit. Ja das ist auch wahr. Das stimmt sowohl für die eine als auch für die andere. Meine Freundin hat meine Aufmerksamkeit, weil ich um die ihre buhle. Sie hat meine Aufmerksamkeit, weil ich aufpasse/ kontrolliere, mit wem sie sich trifft. Die andere hat meine Aufmerksamkeit, indem ich versuche zu verstehen was sie hat, was ich nicht habe. Indem ich versuche so zu sein oder zu werden wie sie.

  • Sie hat ihre Aufmerksamkeit nicht. Ich weiß es nicht wirklich. Ob sie ihre Aufmerksamkeit auf diese exklusive und mich ausschließende Art hat, die ich befürchte. Ob sie die andere wirklich “mehr” mag als mich. Sie hat die Aufmerksamkeit nicht, weil es gar nicht möglich ist, die Aufmerksamkeit von jemand anderem zu “haben”. Festzuhalten, zu besitzen. Die Aufmerksamkeit sucht sich ihren eigenen Weg. Mal ist sie hier, mal da. Das ist mit meiner eigenen Aufmerksamkeit jedenfalls so.

Interessant.

Was bedeutet Eifersucht für dich? Gibt es einen schmerzvollen Gedanken rund um Eifersucht, den du überprüfen möchtest? Lad dir dafür auf der Seite Downloads die entsprechenden Arbeitsblätter herunter. Wenn du alleine nicht weiterkommst, melde dich gerne bei mir.

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Melanie Weber Melanie Weber

Selbstliebe - Audio

“Wenn du die Liebe deines Lebens sehen willst, schau in den Spiegel.”

Diesem berühmten Zitat von Byron Katie gehe ich gemeinsam mit meiner Coach Freundin Jelena Atanackovic von mein-mindset.de nach. (Audio)

“Wenn du die Liebe deines Lebens sehen willst, schau in den Spiegel.”

Diesem berühmten Zitat von Byron Katie gehe ich gemeinsam mit meiner Coach Freundin Jelena Atanackovic von mein-mindset.de nach. (Audio)

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Putin greift an.

Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe. Noch bevor Bomben fallen. Und dann fallen sie. Das Undenkbare passiert. Er wird doch nicht? Doch er wird. Und nicht nur das. Er bringt Atomwaffen in Stellung. Jedenfalls heißt es so.

Ich vertraue The Work, aufgrund vieler Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren damit gemacht habe sehr und will versuchen, damit Licht und Frieden in mein Denken zu bringen. Byron Katie sagt oft: Mache The Work nicht mit einem Motiv. Mache sie aus Liebe zur Wahrheit.

Vielleicht treffen wir uns während dieser Überprüfung. Die Wahrheit und mein Motiv. Und unterwegs begegnen wir vielleicht sogar der Liebe.

Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe. Noch bevor Bomben fallen. Und dann fallen sie. Das Undenkbare passiert. Er wird doch nicht? Doch er wird. Und nicht nur das. Er bringt Atomwaffen in Stellung. Jedenfalls heißt es so.

Ich vertraue The Work, aufgrund vieler Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren damit gemacht habe sehr und will versuchen, damit Licht und Frieden in mein Denken zu bringen. Byron Katie sagt oft: Mache The Work nicht mit einem Motiv. Mache sie aus Liebe zur Wahrheit.

Vielleicht treffen wir uns während dieser Überprüfung. Die Wahrheit und mein Motiv. Und unterwegs begegnen wir vielleicht sogar der Liebe.

Putin greift die Ukraine an.

  1. Ist das wahr?

    Ja

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

    In mir taucht auf, dass er ja nicht selbst an der Front steht. Er mag den Einsatzbefehl gegeben haben, ziemlich sicher hat er das. Ich habe aber keine Information, in wieweit auch andere Personen an der Entscheidung beteiligt waren Deshalb ist meine ehrliche Antwort auf Frage 2 ein “Nein”.

  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du den Gedanken glaubst?

    Ich bekomme Angst, ich höre und sehe Nachrichten. Wortfetzen kommen in meine Erinnerung. Nato, Grenzen, erster Angriffskrieg nach 1939, ich sehe das Gesicht von Putin vor mir, denke an Berichte, die ich schon vor Jahren über ihn gesehen habe. Ich bin verzweifelt, weil mögliche Chancen, diesen Augenblick zu verhindern, schon vor Jahren verpasst wurden. Ich stelle mir vor, wie der Krieg unser Land und die ganze Welt verändert. Ich wage nicht in Richtung Atomkrieg zu denken, verbiete mir das Undenkbare und traue es ihm gleichzeitig zu. Ich konzentriere mich auf mein hier und jetzt, bemerke, wie meine Gedanken immer wieder abschweifen. Wie es mir unmöglich ist, bei mir zu bleiben. Ich fühle mich alleine, obwohl ich sehe, dass so viele Menschen wie ich fühlen, Menschen auf die Strasse gehen, Solidarität zeigen. Ich überlege wie ich helfen kann.

  4. Wer wärest du ohne den Gedanken?

    Ohne den Gedanken (und die in mir damit verknüpfte Geschichte) bin ich entspannt. Ich sehe was passiert. Nehme es zur Kenntnis, fühle mich verbunden mit der Menschheit. Ja, das ist es was Menschen seit Jahrtausenden tun. Sie führen Krieg. Innerlich und äußerlich. Ohne den Gedanken sehe ich den Krieg, den ich in mir selbst führe. Gegen mich selbst. Das Unterdrücken und nicht wahr haben wollen, dass Menschen in der Lage sind so etwas zu tun. Ich beginne mich der Realität zu stellen und merke, wie ich dadurch in meine Handlungsfähigkeit zurück finde. Ich kann Abschied nehmen von meiner Vorstellung davon, wie die Welt zu sein hätte. Ich sehe, wie sie in diesem Moment ist (zumindest in dem Teil der Welt, den ich gerade wahrnehme). Ich beginne zu weinen. Über die Menschheit, über mich. Es sind Tränen der Trauer und Verbundenheit. Sonst ist da kein Schmerz. Ohne den Gedanken ist kein Aktionismus da. Ich tue was ich tue und was ich tun kann. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe keine Angst vor der Zukunft mehr.

Kehre den Gedanken um und finde für jede Umkehrung Beispiele, warum die Umkehrung genauso wahr ist wie der Ursprungsgedanke.

Umkehrung 1: Ich greife mich an.

Ja das ist wahr. Ich greife mich selbst an, in dem ich mich und mein Denken unterdrücke. In dem ich nicht wahr haben will, was passiert. Indem ich mir keine Zeit nehme, zu fühlen. Die Trauer zu fühlen. Den Schmerz. Die Verbundenheit.

Ich greife mich auch selbst an, in dem ich mir eine vorgestellte Welt erzähle. Wie die Welt sein sollte, obwohl sie es gerade nicht ist.

Umkehrung 2: Ich greife die Ukraine an.

Diese Umkehrung verwirrt mich. Nein das tue ich doch nicht, ist der erste Gedanke. Doch ich habe gelernt, dass The Work mir manchmal tiefere Wahrheiten beschert, wenn ich ein bisschen in dem Gedanken sitze, wenn ich ihn zulasse und darauf warte, dass er seine Weisheit (auch im übertragenen Sinne) entfalten kann.

Ich greife die Ukraine an, in dem ich sie als Opfer betrachte. Als Opfer eines Angriffs. Ich erschaffe in meinem Denken das Bild einer angegriffenen, schwachen Ukraine. Dabei braucht die Ukraine jetzt meine Unterstützung, meine Verbundenheit und mein Vertrauen in ihre Stärke.

Ich greife (im übertragenen Sinne) die Ukraine an, in dem ich mir die Bilder der Angriffe immer wieder in Gedanken ansehe. Ich habe durch die Medien das Bild eines Angriffes gezeigt bekommen, in meinem Kopf spielt es sich aber immer wieder ab, wie in der Wiederholung. Das ist es was mein Denken tut. Diese Umkehrung hilft mir, mein Denken besser zu verstehen, mich etwas von der aufgeregten Energie, die damit verbunden ist, zu distanzieren.

Umkehrung 3: Ich greife Putin an.

Das ist wahr. Ich greife ihn an in meinen Gedanken, will ihn tot sehen, vernichtet.

Ich greife ihn an, weil er meiner Meinung nach der einzig Schuldige der ganzen Angelegenheit ist.

Ich greife ihn an, weil er mein persönliches Leben, meine Welt, wie ich sie gerne hätte, bedroht. (Leider wird mir dabei deutlich, dass ich nicht so selbstlos bin, wie ich gerne sein würde. Es geht mir hier sehr um mich selbst, um meine eigene Sicherheit und die meiner Familie. Da ist plötzlich sehr wenig Solidarität und Mitgefühl mit der Ukraine in mir.)

Umkehrung 4: Putin greift die Ukraine nicht an.

Durch diese Umkehrung taucht in mir die Frage auf, was Angreifen überhaupt ist und bedeutet. Heißt es eine Bombe zu werfen? Ist es die Absicht, Macht auszuüben und zu demonstrieren?

Für mich ist Angriff die Reaktion auf eine befürchtete oder reale Bedrohung, es ist eine Form der Verteidigung.

(Bei den Beispielen, die mir zu dieser Umkehrung einfallen, handelt es sich lediglich um Möglichkeiten. Keine davon kann ich sicher wissen. Mir helfen allerdings auch die Möglichkeiten sehr, mein Denken zu weiten.)

In genannten Sinne (als unmittelbare Reaktion auf eine Bedrohung) greift Putin die Ukraine möglicherweise nicht an. Es gab keine unmittelbare Bedrohung. Vielmehr scheint das Vorgehen von viel Kalkül geprägt zu sein.

Er greift nicht die komplette Ukraine an. Es gibt Dörfer, Städte, die (bisher) verschont sind, weil sie für ihn von keinem großen, strategischen Interesse sein mögen.

Umkehrung 5: Die Ukraine greift Putin an.

Ja das ist auch wahr. Die Ukraine verteidigt sich, sie reagiert auf die reale Bedrohung. Das ist, wie ich vorher beschrieben habe, eine Art des Angreifens.

Sie greift Putin an, mit Hilfe von Medien. Sie nutzt soziale Medien, Kontakte zu anderen Ländern um Putin und sein Handeln zu veröffentlichen.

Nach dieser Work fühle ich mich friedlicher. Ich bin erwacht in einer Welt, in der es Krieg gibt. In der Krieg Realität ist. Ich habe meinen Frieden damit gefunden. Wehre mich nicht mehr dagegen. Bin voller Liebe für die Menschheit, die noch keinen Weg heraus gefunden hat. Ich habe in diesem Moment in mir selbst für Frieden gesorgt. Frieden mit dem Krieg. Paradox und wahr.

The Work ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Diese Überprüfung, die Gedanken und Beispiele funktionieren für mich. Du selbst findest vielleicht andere oder auch zusätzliche, die weiterhelfen.

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Melanie Weber Melanie Weber

"Urteile über ..."

Seit Wochen kann ich einen Abrechungsprozess für Moderationsstunden nicht abschließen, weil eine ebenfalls daran beteiligte Person die Veranstaltung, die ich gerne abrechnen möchte, nicht im entsprechenden Online-Portal anlegt. Ich habe bereits mehrfach Emails geschrieben und darum gebeten, habe schon Vorgesetzte informiert, dennoch ist noch nichts passiert. Ich bin sehr wütend darüber. Ich schreibe meine Gedanken auf das Arbeitsblatt “Urteile über deinen Nächsten” und überprüfe die Sätze dann mit den vier Fragen und Umkehrungen.

Es folgt ein Text, der verdeutlicht, wie ich mit dem Arbeitsblatt von Byron Katie meine Gedanken über eine Person identifiziere und überprüfe. Ich lade dich ein, dich in Ruhe darauf einzulassen und ihn in Bezug auf deine eigenen, vergleichbaren Gedanken und Situationen mit mir gemeinsam zu prüfen. Es lohnt sich! Schreib mir gerne deine Erfahrungen und Erkenntnisse.

Ein Beispiel aus meinem Leben: Seit Wochen kann ich einen Abrechungsprozess für Moderationsstunden nicht abschließen, weil eine ebenfalls daran beteiligte Person die Veranstaltung, die ich gerne abrechnen möchte, nicht im entsprechenden Online-Portal anlegt. Ich habe bereits mehrfach Emails geschrieben und darum gebeten, habe schon Vorgesetzte informiert, dennoch ist noch nichts passiert. Ich bin sehr wütend darüber. Ich schreibe meine Gedanken auf das Arbeitsblatt “Urteile über deinen Nächsten” und überprüfe die Sätze dann mit den vier Fragen und Umkehrungen.

Der erste Satz, der überprüft wird, ist der zweite Teil von Nummer 1. In diesem Fall “Er macht seine Arbeit nicht.”

Die folgenden Sätze werden als Ganzes geprüft, so wie sie auf dem Arbeitsblatt stehen.

5. KLAGEN

An dieser Stelle des Arbeitsblattes angekommen, kann ich es ausprobieren, die Klagen bereits sofort zu mir umkehren. Wenn das nicht funktioniert, kann ich sie auch prüfen.

6. Ich will nie wieder erleben, …

Mit dem letzten Punkt auf dem Arbeitsblatt kann ich überprüfen, wie weit ich innerlich mit der Situation gekommen bin. Wie viel Frieden ich mittlerweile darüber habe. Es könnte ja passieren, dass mir eine ähnliche Situation wieder begegnet. Wie schön wäre es, wenn ich bereit dazu wäre oder mich sogar darüber freuen könnte.

Ich kehre die letzte Aussage um zu: Ich bin bereit zu erleben, dass…

oder auch zu “Ich freue mich darauf, zu erleben, dass…

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Melanie Weber Melanie Weber

Die Kinder und Corona

Die Corona Pandemie dauert lange. Viel länger als gedacht. Manche Kinder, so auch die Schüler*innen in meiner Klasse sind in diesem Zeitraum eingeschult worden, haben ihr schulisches Leben mit Beschränkungen, Lockdown, Distanzlernen und Wechselunterricht begonnen. Obwohl der Unterricht inzwischen wieder regelmäßig stattfindet, gibt es beunruhigende Berichte darüber, was der lange Lockdown und die fehlenden sozialen Kontakte bei Kindern ausgelöst haben.

Die Corona Pandemie dauert lange. Viel länger als gedacht. Manche Kinder, so auch die Schüler*innen in meiner Klasse sind in diesem Zeitraum eingeschult worden, haben ihr schulisches Leben mit Beschränkungen, Lockdown, Distanzlernen und Wechselunterricht begonnen. Obwohl der Unterricht inzwischen wieder regelmäßig stattfindet, gibt es beunruhigende Berichte darüber, was der lange Lockdown und die fehlenden sozialen Kontakte bei Kindern ausgelöst haben. Eltern geben ihr Bestes, um ihren Kindern, ob schon in der Schule oder nicht, ein abwechslungsreiches und ermutigendes Alltagsleben zu ermöglichen, viele sind hilflos und überfordert. Immer wieder taucht die Sorge um die Kinder auf. Mal leise, mal ganz laut. Sorgentelefone melden einen sprunghaften Anstieg an Anrufen. Kinder- und Jugendpsychologen äußern sich zur Zunahme von psychischen Erkrankungen bei ihren Klient*innen.

Sie vereinsamen sozial.

Sie haben nicht genug Anregungen.

Sie lernen nicht richtig.

Sie sind nicht zu motivieren.

Sie schauen zu viel fernsehen.

Sie wissen nichts mehr mit sich anzufangen.

Sie haben zu wenig Kontakt zu den Mitschüler*innen.

Sie verpassen ein ganzes Schuljahr.

Sie sehnen sich nach ihren Großeltern, Freunden, Verwandten.

Sie werden an noch unabsehbaren Spätfolgen leiden.

Der letzte Satz in dieser Liste ist ein häufig auftauchender Gedanke den jede/r von uns schon in unterschiedlichster Schattierung in individuell sehr unterschiedlichen Situationen hatte. Der Ursprung davon ist die Angst bzw. der Gedanke:

Etwas Schreckliches wird passieren.

Hier zeigt er sich im Zusammenhang mit der Situation der Kinder während und durch die Pandemie. Ich werde ihn mit den Fragen von The Work überprüfen. Es geht hierbei nicht darum, die Auswirkungen der Pandemie auf die Kinder zu relativieren oder auf konzeptioneller Ebene zu lösen. Es geht um meinen persönlichen Gedanken und seine Überprüfung. Dieser Aspekt ist sehr wichtig!! Bei The Work geht es in keiner Weise darum Dinge schön zu reden oder abzuschwächen. Es handelt sich um eine Überprüfung, die ehrliche, ergebnisoffene und meditative Betrachtung eines Gedankens und dessen, was er bewirkt.

Sie werden an noch unabsehbaren Spätfolgen leiden.

  1. Ist das wahr?

    (Wenn du neu bist in The Work: Die Antwort auf diese Frage ist entweder ein Ja oder ein Nein. Wenn du keine eindeutige Antwort hast, dann warte bis sie auftaucht. Es geht beim Beantworten der Fragen nicht um eine Analyse, nicht um eine Diskussion, in der du dich selbst von etwas überzeugen musst. The Work ist Meditation. Du darfst ehrlich antworten. Ein Ja ist genau soviel Wert wie ein nein.) Meine Antwort hierauf lautet nein. (Ich merke, dass ich es einfach nicht wissen kann)

    Falls deine Antwort Ja lautet dann gehe zur Frage 2. Falls sie ebenfalls nein lautet kannst du Frage 2 überspringen und direkt zu Frage 3 gehen.

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Auch hier wieder eine einfache Antwort: Ja oder Nein.

  3. Wer bist du, wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst? Ich fühle Unsicherheit, Angst, Hilflosigkeit. Sofort gehen meine Gedanken in eine ungewisse Zukunft. Ich sehe die Kinder wie in einem Film vor mir. Hospitalisiert, abgeschnitten vom Leben und von anderen Kindern, abhängig, retardiert in ihren sozialen Fähigkeiten. Sehe fehlende und für unsere Gesellschaft so wichtige emphatische Fähigkeiten, die sich nicht entwickeln konnten. Ich sehe unglückliche Kindergesichter, aus denen unglückliche Erwachsene werden. Sehe unsere Gesellschaft vereinsamen, immer egoistischer werden. Ich sehe Einzelschicksale vor mir von Kindern, die ich kenne. Sehe die fehlenden Lernerfahrungen, die sie nicht machen können. Das “noch unabsehbare” an dem Gedanken macht mir große Angst. Die Ungewissheit vermittelt mir ein Gefühl von Kontrollverlust, von Ausgeliefert sein. Das Ganze bekommt in meiner Vorstellung ein apokalyptisches Ausmaß.

  4. Wer bist du ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken lande ich im Hier und Jetzt. Sehe ich die Kinder vor mir, mit denen ich unmittelbar zu tun habe. Ohne den Gedanken existiert die Vorstellung von “Spätfolgen” gar nicht. Was ist das eigentlich? Eine Folge, die irgendwann eintritt, aufgrund von Erfahrungen, die jetzt gemacht (oder auch nicht gemacht werden?). Wer kann das denn wirklich beurteilen? Ohne den Gedanken fühle ich mich verbunden mit den Kindern, mit denen ich zu tun habe, kann ich mich denen, denen ich begegne auf sehr unmittelbare Art und Weise nähern. Genieße ich das Gespräch mit den Nachbarskindern über den Gartenzaun, freue ich mich, dass auch meine Schüler und Schülerinnen bei Ihren Eltern und Familien gut aufgehoben sind. Ohne den Gedanken werde ich aktiv und versuche auf einfache Art und Weise das Leben der Kinder um mich herum zu bereichern. Ohne den Gedanken staune ich über das, was Kinder lernen, ich entdecke in mir ein großes Vertrauen in ihre Gestaltungs- und Anpassungsfähigkeit. Mir wird auch bewusst, dass es ein “Später” gar nicht gibt. In dem Moment, wo es da ist, ist es ein “Jetzt”. Später ist immer innerhalb einer Vorstellung, einer Imagination, einer Geschichte.

Kehre den Gedanken um

  1. Ich werde an noch unabsehbaren Spätfolgen leiden.

    • Ja, wenn ich weiter diesen Gedanken glaube, werde ich wahrscheinlich in einer emotionalen Abwärtsspirale landen, die es mir unmöglich macht, den Kindern positiv und freundlich zu begegnen, mit denen ich zu tun habe.

    • Die Spätfolgen von Corona sind unabsehbar. Für die Kinder und für mich auch.

    • Wir können nicht in die Zukunft sehen, das ist nach wie vor unmöglich. Insofern ist diese Umkehrung wahr.

  2. Sie werden nicht an unabsehbaren Spätfolgen leiden.

    • Das ist genauso möglich wie der Ursprungsgedanke.

    • Die Spätfolgen müssen nicht so schlimm sein wie ich es befürchte. Unter den von mir befürchteten Folgen müssen sie deshalb nicht zwangsläufig “leiden”. Es ist ihre Sache was sie daraus machen. Vielleicht gelingt es ihnen gut selbst wenn es für mich nicht so aussehen mag.

    • Wenn das “Später” eintritt ist die Folge nicht mehr unabsehbar. Dann ist sie da und ob man dann weiß, ob es wirklich eine direkte Folge des Lockdowns ist bleibt dahin gestellt. Die Angst in mir entsteht durch das nicht greifbare an dem Wort “Später”. Wenn die Folge da ist kann ich damit umgehen.

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Melanie Weber Melanie Weber

Toxische Beziehungen

Was tun, wenn ich mich in einer solchen Beziehung finde? Wenn ich mich selbst verloren habe in Abhängigkeiten, in faulen Kompromissen kombiniert mit der manchmal übermächtigen Angst, die Beziehung zu verlieren? Auch hier kann ich meine Gedanken mit The Work prüfen. WICHTIG! Es geht dabei in keiner Weise darum, ein Verhalten zu relativieren, einen Zustand wegzumachen oder gut zu heißen. Die Situation ist im Moment der Überprüfung die, die sie ist. The Work kann mir helfen, meine Gedanken zu klären und wieder zu mir selbst zu finden. Ich finde und prüfe meine Urteile und Gedanken über meine/n Partner/in. Ich erforsche, was der Glaube an diese Urteile aus meinem Leben macht, was passiert und wie ich reagiere, wenn ich diese Gedanken glaube. Dadurch begegne ich mir und meinen Gedanken mit Verständnis.

Der Begriff “toxische Beziehungen” begleitet seit uns seit einiger Zeit durch Blogbeiträge, Coachingangebote, Psychologische Beratungen etc.

“In toxischen Beziehungen stehen die Bedürfnisse des einen dominant im Vordergrund und die Aufgabe des anderen ist es, sie zu erfüllen. "Narzisstische Menschen haben kein »Wir-Gefühl, kein »Wir zwei miteinander, wir machen das. Wir leben das. Wir machen uns das Leben gut miteinander.« Sie haben nur: »Ich brauche dich, damit es mir gut geht. Und deshalb muss du so sein, wie ich dich haben will« ,sagt die Münchner Psychotherapeutin und Narzissmus-Expertin Bärbel Wardetzki. "Menschen in narzisstischen Beziehungen sind so stark mit der Aufrechterhaltung ihres Selbstwertgefühls beschäftigt, dass ihnen die gefühlvolle Zuwendung zum anderen fehlt". (https://www.emotion.de/psychologie-partnerschaft/partnerschaft/toxische-beziehung)

Was tun, wenn ich mich in einer solchen Beziehung finde? Wenn ich mich selbst verloren habe in Abhängigkeiten, in faulen Kompromissen kombiniert mit der manchmal übermächtigen Angst, die Beziehung zu verlieren? Auch hier kann ich meine Gedanken mit The Work prüfen. WICHTIG! Es geht dabei in keiner Weise darum, ein Verhalten zu relativieren, einen Zustand wegzumachen oder gut zu heißen. Die Situation ist im Moment der Überprüfung die, die sie ist. The Work kann mir helfen, meine Gedanken zu klären und wieder zu mir selbst zu finden. Ich finde und prüfe meine Urteile und Gedanken über meine/n Partner/in. Ich erforsche, was der Glaube an diese Urteile aus meinem Leben macht, was passiert und wie ich reagiere, wenn ich diese Gedanken glaube. Dadurch begegne ich mir und meinen Gedanken mit Verständnis.

Ein Beispiel aus einer vorgestellten Beziehung, die die oben genannten Merkmale einer toxischen Beziehung enthält zeigt, wie eine solche Überprüfung funktioniert. Es handelt sich hier nur um ein verallgemeinertes Beispiel, das Gedanken enthält, die so auftreten können (nicht müssen). Möglicherweise hilft es dir trotzdem, wenn du betroffen bist. Vergiss nicht: The Work ist ein meditativer Prozess. Es geht nicht um die intellektuelle oder analytische Überprüfung oder Abwägung von Vor- und Nachteilen.

Er behandelt mich schlecht.

  1. Ist das wahr? Ja.

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Auch hier ist die Antwort einsilbig. Warte darauf was in dir auftaucht. Ein Ja oder ein Nein, beides ist ok.

  3. Was passiert und wie reagierst du, wenn du den Gedanken glaubst? Du fühlst dich möglicherweise ausgeliefert, gefangen, hast Angst, erinnerst dich an Situationen, die den Gedanken beweisen, du befürchtest vielleicht künftige Ereignisse, bereitest dich jetzt schon darauf vor, planst strategisch voraus um Konfrontationen zu vermeiden. Du sehnst dich nach seiner Anerkennung, findest vielleicht Gründe und Entschuldigungen für sein Verhalten, relativierst seine “Ausrutscher”, du nimmst ihn vielleicht in Schutz vor anderen, die ihn kritisieren. Du verurteilst dich vielleicht selbst dafür, dass du es nicht schaffst ihn zu verlassen, obwohl er dich schlecht behandelt. Du suchst möglicherweise die Gründe für sein Verhalten bei dir selbst. Du fühlst dich im Recht mit deinem Urteil über ihn. Du bemerkst möglicherweise auch, dass dir der Gedanke einen gewissen, versteckten Nutzen bringt. Du bist in der Beziehung die “Gute”, er der Böse. Zwar zu einem hohen Preis aber ein kleiner Nutzen ist vielleicht dabei.

  4. Wer bist du ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken bemerkst du vielleicht, dass du dir viel gefallen lässt, weil du auf so etwas wie eine Bezahlung für deine Duldung hoffe. Einen Moment der Anerkennung, des Lobs, der Zuneigung. Ohne den Gedanken nimmst du ihn vielleicht nüchterner und neutraler wahr. Siehst du was er macht und was auch nicht. Du fühlst dich möglicherweise etwas freier und mehr in Verbindung mit dir selbst. Ich erlebe in der Antwort auf die 4. Frage oft eine körperlich spürbare Reaktion. Ein tieferes Atmen, einen Moment des Ankommens im Hier und Jetzt. In meinem Körper.

Kehre den Gedanken um.

  1. Ich behandle mich schlecht (in dieser Beziehung).

Finde Beispiele dafür, dass die Umkehrung genauso wahr ist, wie der Ursprungsgedanke, oder vielleicht sogar wahrer.

Ich behandle mich schlecht, weil ich meine Bedürfnisse als weniger wert bewerte als seine. Ich behandle mich schlecht weil ich den Kontakt zu mir verliere und mich nicht um mich kümmere, wenn ich mich brauche. Ich behandle mich schlecht, wenn ich mir vorstelle, dass meine Zukunft, die ich ja noch gar nicht kenne, auf jeden Fall eine düstere sein wird. Ich weiß es doch gar nicht. Ich behandle mich schlecht, weil ich mir in meinen Gedanken schon die Möglichkeit nehme, ein glückliches und friedliches Leben zu haben.

2. Ich behandle ihn schlecht.

Ich behandle ihn schlecht, weil ich es ihm auf eine Art und Weise gestatte, sich schlecht zu benehmen. Es ist nicht freundlich das zu tun.

Ich behandle ihn schlecht, weil ich ihn nicht ernst nehme. Ich erzähle mir möglicherweise die Geschichte über seine Veränderung wenn ich das oder das tue, schaffe oder hinbekomme. Oder wenn er dies oder jenes macht. In dem Moment, in dem er mich schlecht behandelt, nehme ich ihn nicht ernst. Ich erzähle mir die Geschichte von Hoffnung und Veränderung, sehe ihn nicht so, wie er ist. Verwirrt, ohne die Möglichkeit, sich zu verändern.

3. Er behandelt mich gut.

Er zeigt mir klar und deutlich wie er ist. Das ist ehrlich und offen. Auf eine Art und Weise kann man da auch von “gut” sprechen. Sein Verhalten gibt mir eine klare Richtung. Er behandelt mich gut, weil er mir deutlich zeigt, wo ich nicht hingehöre.

Er behandelt mich gut, weil er mir deutlich zeigt, dass er sich nicht um mich kümmert. Dass das niemand tun kann außer mir selbst. Das hilft mir, zu mir selbst zu finden, für mich selbst einzutreten, bringt mich in meine eigene Kraft hinein, statt darauf zu hoffen, dass etwas von außen kommt und das für mich erledigt. Diesen Kontakt zu mir selbst zu finden fühlt sich gut an.

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Melanie Weber Melanie Weber

Prokrastination

Aufschieberitis muss nicht wirklich ein Problem sein. Ob du die Wäsche an diesem oder einem anderen Tag wäschst, dich um das Rasen mähen drückst oder andere Dinge aufschiebst, die keinen “Termin” haben, spielt nicht wirklich eine große Rolle. Schwierig wird es möglicherweise, wenn du dich deshalb schlecht fühlst, dein Tag nur noch aus Warten auf die Motivation besteht, wenn du viel Kraft beim “vor dir her schieben” verbrauchst. oder wenn dich das “nicht in Gang kommen” in unwiderrufliche Situationen bringt (z. B. bei der nicht rechtzeitigen Bearbeitung deiner Steuererklärung oder der Abgabe von Arbeiten im Rahmen von Studium oder Ausbildung)

Ich beschreibe dir ein Beispiel aus meinem Leben.

Aufschieberitis muss nicht wirklich ein Problem sein. Ob du die Wäsche an diesem oder einem anderen Tag wäschst, dich um das Rasen mähen drückst oder andere Dinge aufschiebst, die keinen “Termin” haben, spielt nicht wirklich eine große Rolle. Schwierig wird es möglicherweise, wenn du dich deshalb schlecht fühlst, dein Tag nur noch aus Warten auf die Motivation besteht, wenn du viel Kraft beim “vor dir her schieben” verbrauchst. oder wenn dich das “nicht in Gang kommen” in unwiderrufliche Situationen bringt (z. B. bei der nicht rechtzeitigen Bearbeitung deiner Steuererklärung oder der Abgabe von Arbeiten im Rahmen von Studium oder Ausbildung)

Ich beschreibe dir ein Beispiel aus meinem Leben.

Seit einigen Tagen komme ich nicht richtig in Gang, ich hänge herum, mache sinnlose und sinnvolle Dinge und drücke mich vor einigen Teilen der Hausarbeit. Nicht, dass ich nicht arbeite oder nichts tue. Ich entwickele Seminare, kümmere mich um meine Schüler*innen und ihre Eltern im Rahmen der Pandemiebedingten Schulschließungen, begleite Menschen im Coaching, koche, gehe spazieren. Doch es gibt ein paar Hausarbeiten, gegen die ich mich innerlich wehre. Denen ich gekonnt oder weniger gekonnt aus dem Weg gehe. Die sich im Lauf der Tage wie eine Last auf mich legen.

Mit Hilfe von The Work kann ich mir vielleicht weiterhelfen. Begleite mich gerne bei der Identifizierung und Überprüfung meiner Gedanken dazu.

Ich habe keine Lust das Bad einer Großreinigung zu unterziehen, obwohl ich den Eindruck habe, es wäre mal wieder dran. Welche Gedanken halten mich davon ab?

  • Ich habe keine Lust.

  • Es dauert zu lange.

  • Es wird eh wieder schmutzig.

  • Es ist mühsam.

  • Ich muss auf dem Boden herumkriechen.

  • Es ist anstrengend (für mich).

  • Ich muss meinen Rücken schonen.

  • Meine Haut wird von der Putzerei so trocken.

  • Mein Mann sollte das auch mal machen.

  • Immer muss ich das machen.

Ich überprüfen den Gedanken, der für mich persönlich im Augenblick die meiste Überzeugungskraft hat, die größte emotionale Ladung enthält.

Ich entscheide mich für den Gedanken: Es ist anstrengend für mich.

  1. Ist das wahr? Ja

  2. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Nein.

    (Hier taucht bei mir die Erinnerung an frühere Badgrundreinigungsaktionen auf, die irgendwie schön und zufriedenstellend waren, deshalb kann ich es jetzt nicht absolut sicher wissen ob es wirklich anstrengend ist. Möglicherweise ist es anstrengend aber auch gleichzeitig so zufriedenstellend, dass mir die Anstrengung nicht so richtig auffällt)

  3. Was passiert, wie reagiere ich, wenn ich den Gedanken glaube?

    Ich fühle mich angestrengt, gehe dem Gedanken aus dem Weg. Habe keine Lust, bin genervt. Setze mich selbst unter Druck. Mache mich schlecht (z. B. mit Sätzen wie: Stell dich nicht so an, meine Güte so anstrengend ist es ja nun auch nicht, was bist du?, sei nicht so faul…)

    Ich fühle mich unnütz, schiebe den Zeitpunkt des Putzens vor mir her, fühle eine Last auf mir, auf meiner Brust und meinen Schultern, Ich bin unfähig, irgendetwas zu tun, was nur im entferntesten an Anstrengung erinnert.

    Ich sehe mich in Gedanken über den Badezimmerboden kriechen, sehe mich an Ritzen scheitern, an die ich nicht herankomme, bleibe in Gedanken an unserem alten Badezimmerschrank hängen, der sich langsam verfärbt. Ich versuche Argumente dafür zu finden, dass ich das ja jetzt auch nicht machen MUSS. Trotzdem bleibt das blöde Gefühl. In meinen Gedanken ist das Bad viel, viel schmutziger als es, realistisch betrachtet, ist. Ich tadele mich selbst dafür, dass ich in meinem Kopf daraus so eine große Sache mache.

    Mit dem Gedanken “Es ist anstrengend für mich.” bin ich nicht in der Lage fröhlich nichts zu tun. Das Bad einfach entspannt auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ich bin aber auch nicht in der Lage es jetzt fröhlich und motiviert zu machen.

    Ich merke wie ich mich schäme dafür, dass ich, eine gestandene Frau, die den Haushalt seit Jahrzehnten wuppt, das jetzt nicht hinbekommt. Die Scham erstreckt sich auch darauf, diese Überprüfung hier zu veröffentlichen “was sollen die Leute denken? Du willst Coach sein?” Mit dem Gedanken “ Es ist anstrengend für mich” kann ich das Putzen anscheinend mit einigermaßen gutem Gewissen vor mir herschieben, das scheint so etwas wie ein Nutzen des Gedankens zu sein. Etwas wofür ich ihn zu brauchen glaube.

  4. Wer wärest du ohne den Gedanken?

    Ohne den Gedanken kann ich entspannt das tun, was ich gerade tue. Ohne den Gedanken spielt das Bad auf einmal keine besonders große Rolle mehr. Ich putze es oder ich lasse es. Beides ist gut. Ich fühle mich im hier und jetzt wohl. Ich fühle mich frei ohne eine Geschichte über mich als unsaubere, unordentliche und faule Person. Ich bin die, die ich bin und es ist total ok. Ich fühle mich befreit von der Last des Schiebens. Ohne den Gedanken ist das Bad plötzlich einfach nur noch das was es ist. Ein Bad. Ohne den Gedanken wird es fast ein bisschen lustig, was ich mit meiner Geschichte daraus gemacht habe. “Das anstrengende Bad” (Drama in drei Akten) - oder so ähnlich.

Kehre den Gedanken um.

Ursprungsgedanke: Es (Das Bad putzen) ist anstrengend für mich.

  1. Die Umkehrung zu mir: Ich bin anstrengend für mich. Mein Denken ist anstrengend für mich. Oder auch: Ich bin angestrengt von mir..

    • Ja das stimmt. Es ist wahr. Ich bin anstrengend für mich selbst. Mein Denken über das Bad ist es, was die Anstrengung verursacht, nicht das Putzen (das ich ja im Augenblick auch gar nicht mache…) Dadurch fühle ich mich angestrengt, nicht durch das Putzen selbst.

    • Ich bin anstrengend, weil ich mich in Gedanken in der Zukunft aufhalte, in Gedanken dort schon das Bad putze und davon jetzt in der Gegenwart, in der ich einfach nur hier sitze und darüber nachdenke, angestrengt bin. (Mir fällt auf, wie absurd das ist, eigentlich sogar lustig).

    • Es ist auch anstrengend für mich, weil ich die Zeit, die ich jetzt gerade habe, dafür nutze, um mir anstrengende Gedanken zu machen statt sie einfach zu genießen. Ich brauche ja nicht anzufangen das Bad (in Gedanken) zu putzen bevor ich es in Realität tue.

  2. Die Umkehrung zum anderen: Ich bin anstrengend für das Bad-putzen.

    • Das Bad und das Putzen ist einfach was es ist. Der Raum kümmert sich nicht um mich, es steht mir zur Verfügung, ich kann mich dort um mich sorgen, mich waschen, pflegen, gute Sachen riechen (meine Parfums stehen im Bad ,-)). Auch das Putzen ist einfach was es ist. Ich bin anstrengend für das Bad und das Putzen, indem ich darüber eine schwierige Geschichte erzähle. In dem Moment, in dem ich gestresst bin, unterschlage ich die schönen und angenehmen Seiten des Bades und des Putzens (es wird sauber, sieht gut aus, ist hygienisch) (Natürlich ist die Bezeichnung, dass ich dadurch anstrengend für das Bad bzw. das Putzen bin etwas weit hergeholt aber es ist mir durch diese Umkehrung möglich, diesen Aspekt der Geschichte zu erkennen, deshalb macht sie für mich Sinn.)

  3. Die Umkehrung ins Gegenteil: Es (das Bad Putzen) ist nicht anstrengend für mich.

    • In dem Moment, in dem ich darüber nachdenke, ist es nicht anstrengend. Es ist gar nicht da, ich putze (noch) nicht, niemand beschwert sich darüber, das Bad lässt mich in Ruhe.

    • Wenn ich mir vorstelle, wie ich putze ohne den Gedanken, dann ist es auch nicht anstrengend. Es ist einfach was es ist. Ein Raum. Eine Hand. Ein Lappen. Putzmittel. Wasser. Es bekommt etwas meditatives. Ich nehme wahr. Ich bewege mich. End of Story.

    • Das Putzen selbst ist ohne den Gedanken gar nicht anstrengend. Ich bemerke, dass es tatsächlich nur der Gedanke ist, der es für mich anstrengend macht. Faszinierend.

    Falls es euch interessiert: Ich habe das Bad danach entspannt nicht geputzt. Habe nämlich zusätzlich gerade ein bisschen Nacken/Rücken und finde, dass mein Körper im Augenblick Ruhe und Dehnübungen braucht. Ich freue mich aber jetzt schon darauf, das Bad zu putzen. 😉

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Melanie Weber Melanie Weber

(Corona) Blues

Wenn die Gefühle überhand nehmen und so vielfältig sind, dass sie miteinander verschwimmen, ist es manchmal schwer, einen Gedanken zu finden, der sich mit den Fragen von The Work überprüfen lässt. In diesem Fall kann es eine Hilfe sein, deine Gefühle einfach unstrukturiert aufzuschreiben und dich dann zu fragen, welchen Gedanken du glauben müsstest, um dich so zu fühlen, wie du es gerade tust.

Nach Wochen des Lockdowns stellt sich eine gewisse Gleichgültigkeit, ein Gewöhnungsprozess ein. Die Tage verlaufen mehr oder weniger gleich, es gibt nicht viel Abwechslung. Die Nachrichten wiederholen sich oder verschwimmen zu einem Einheitsbrei. Vielleicht hast du keine Lust mehr darauf. Die Diskussionen in der Politik und den sozialen Netzwerken verfolgst du schon gar nicht mehr. Und wenn dich doch etwas davon erreicht, regst du dich entweder darüber auf oder tust es als unreifes Gehabe ab. Du hast den Überblick verloren, falls überhaupt mal jemand jemals welchen hatte. Der Wunsch, dass das Ganze endlich ein Ende hat, ist da. Was genau ein Ende haben soll, ist dir allerdings nicht klar. Vielleicht ist es auch nur der Winter? Die dunkle Jahreszeit?

Wenn die Gefühle überhand nehmen und so vielfältig sind, dass sie miteinander verschwimmen, ist es manchmal schwer, einen Gedanken zu finden, der sich mit den Fragen von The Work überprüfen lässt. In diesem Fall kann es eine Hilfe sein, deine Gefühle einfach unstrukturiert aufzuschreiben und dich dann zu fragen, welchen Gedanken du glauben müsstest, um dich so zu fühlen, wie du es gerade tust.

In meinem Beispiel sind das Gedanken wie:

Es ist immer das gleiche.

Es hört nie auf.

Das Leben ist ein Einheitsbrei geworden.

Ich brauche wieder Überblick.

Ich will, dass der Lockdown ein Ende hat.

Davon nimmst du dir den Gedanken, der dich in deinem Moment am meisten belastet und überprüfst ihn. Denke daran: Es geht nicht darum, mit The Work ein unangenehmes Gefühl weg zu machen. Es geht darum, die Wahrheit über eine Situation oder Person zu entdecken. Diese ist es, die dich frei macht.

Es ist ein Abenteuer, deine Gedanken “nur” der ersten Frage zu unterziehen. Ist das wahr?

Sitze darin. Sitze in deinem Gedanken und der Frage.

Vielleicht entdeckst du, dass du dich in einem Film, oder wie Katie sagt, in einem Traum befindest. Einem Traum aus Gedanken, Bildern und Zeit. Vielleicht entdeckst du in deiner Antwort die Wahrheit, die dich in den Moment führt. Du wachst förmlich auf. In dein Leben hinein, deinen Körper, deine Angelegenheiten, deine Kraft.

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