Ich habe Schmerzen.

Seit Monaten habe ich durch einen Fersensporn Schmerzen im rechten Fuß, kann nicht auftreten ohne Schmerzen. Inzwischen habe ich diverse Behandlungen hinter mir und bisher noch keine Linderung erfahren. Vielleicht geht es dir ähnlich mit einem bestimmten Körperteil, einem Organ oder einer anderen körperlichen “Baustelle”. Begleite mich gerne durch diese Überprüfung. Vielleicht können wir gemeinsam etwas Licht in die Angelegenheit bringen.

Was ist das Problem? Die Schmerzen? Wenn ich nicht laufe habe ich keine Schmerzen. Beim Schlafen habe ich keine Schmerzen. Sind sie also wirklich das Problem? Ok manchmal will ich laufen um zum Beispiel meine Arbeit zu machen, einzukaufen, in der Wohnung herumzulaufen. Das tut dann weh. Ich würde gerne auch andere Dinge machen, spazieren gehen zum Beispiel. Das geht grad nicht. Was belastet mich im Augenblick mehr?

Ich habe Schmerzen.

  1. Ist das wahr? Nein. (Im Augenblick sitze ich am Tisch und schreibe auf meinem Laptop diesen Text. Ich nehme zwar wahr, wie ich mich an den Schmerz erinnere und ihn befürchte sobald ich aufstehe aber im Augenblick bin ich schmerzfrei).

  2. (diese Frage entfällt, wenn die erste mit Nein beantwortet ist)

  3. Was passiert und wie reagiere ich, wenn ich den Gedanken glaube? Sofort will etwas in mir aufbegehren und sagen “ich glaube nicht nur dass ich Schmerzen habe, ich habe wirklich welche!” Trotzdem lasse ich mich auf die Frage ein und sitze darin.

    Wenn ich in der jetzigen Situation den Gedanken denke “Ich habe Schmerzen” dann befürchte ich den Moment, in dem ich wieder aufstehe, ich bin in der Zukunft. Ich erinnere mich an die Monate, die zurückliegen und in denen der Schmerz mein Begleiter war. Ich fühle mich hilflos und ausgeliefert. Ich erinnere mich an das, was ich oder Ärzte schon versucht haben, ohne Erfolg. Ich hoffe auf eine andere, bessere, neue Behandlung, auf das Ende der Schmerzen. Ich bin im Widerstand mit dem Augenblick. Ich tue mir leid, versuche aber auch tapfer zu sein, die Situation anzunehmen wie sie ist. Ich vergleiche mich mit Menschen, die gerade das tun was ich nicht schmerzfrei tun kann. Ich bemerke, dass ich mich mit dem Gedanken versuche auf den Moment vorzubereiten, der unweigerlich kommen wird. Ich versuche, den künftigen Schmerz abzumildern, in dem ich mich jetzt schon damit beschäftige. (Spoiler: Funktioniert nicht)

  4. Wer bin ich ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken habe ich jetzt gerade in diesem Moment keine Schmerzen. Ich bin ohne die Vergangenheit oder Zukunft mit Schmerz. Ich bin wie ein neugeborenes Kind. Sehr entspannt, glücklich. Ich brauche keine Vorbereitung oder Nachsorge.

Kehre den Gedanken um.

Ich habe keine Schmerzen.

  • Das ist wahr. In diesem Moment habe ich keine Schmerzen.

  • Mir fallen andere Situationen ein, in denen ich keine Schmerzen habe. Es gibt Körperteile, an denen ich keine Schmerzen habe. Mehr als mir bewusst war.

Mein Denken hat Schmerzen.

  • Mein Denken hat im jetzigen Moment schon Schmerzen, wenn es sich an den Schmerz erinnert oder wenn es ihn vorwegnimmt.

  • Es stellt sich den kommenden Schmerz vor, versucht ihn abzumildern und ist erfolglos damit. Diese Erfolglosigkeit macht noch zusätzliche Schmerzen.

Wenn du dich mit dem Thema “körperliche Schmerzen” weiter beschäftigen möchtest, empfehle ich dir dieses Video mit deutscher Übersetzung. Darin begleitet Katie eine Frau, die ihre Gedanken über ihren kranken Körper (mit der Diagnose Rheuma) prüft. Ab Minute 19:35.

https://www.youtube.com/watch?v=DWP0OmrNs-c

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