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Melanie Weber Melanie Weber

Eifersucht

Eifersucht kann unendlich quälend sein und in allen möglichen Verkleidungen auftauchen. Mal ist es der Blick, den der Partner jemand anderem zuwirft, mal ist es die Kollegin, die von allen gemocht wird und im Licht der Aufmerksamkeit steht…

Eifersucht kann unendlich quälend sein und in allen möglichen Verkleidungen auftauchen. Mal ist es der Blick, den der Partner jemand anderem zuwirft, mal ist es die Kollegin, die von allen gemocht wird und im Licht der Aufmerksamkeit steht.

Mal ist es vielleicht auch ein Lifestyle, den du bewunderst und gerne für dich hättest. Und dabei muss es sich nicht um materielle Güter handeln. Es kann auch der Besuch sein, den jemand anderes hat und du nicht. Aufmerksamkeit, Liebe, Wertschätzung, Respekt, aber auch Materielle Güter, Freunde, Zeit, ein bestimmter Körper, Haare, Nase, Stimme, Gang, Talent, Lachen…es gibt nichts was sich nicht eignet, um zum Gegenstand von Eifersucht zu werden. Eifersucht will dich in dem Moment, in dem du sie empfindest, oft dazu bringen, die Leere, den Zweifel, die Angst zu füllen, zu beenden. Manchmal versuchen wir dafür andere zu beeinflussen, zu manipulieren. Oder wir manipulieren oder verbiegen uns selbst.

Eifersucht ist körperlich spürbar, sie befindet sich oft im Bauch, etwas nagt in den Eingeweiden, so das Sprichwort. Manchmal liegt sie auf der Brust. Sie drängt dich dazu aktiv zu werden, irgendetwas zu tun, Kontrolle zu finden. Eifersucht will dich glauben machen, dass du etwas “AUCH” brauchst. Um wirklich glücklich zu sein brauchst du AUCH genau das, was eine andere Person hat.

Doch hat die andere Person das wirklich? Hat sie die Aufmerksamkeit der von dir geliebten Person (statt du selbst - der sie selbstverständlich eher zusteht ,-)), hat sie die Anerkennung von anderen wirklich?

Ich möchte diesen Gedanken prüfen und lade dich ein, mich zu begleiten. Stell dir eine Situation rund um eine Freundschaft vor, in der eine Freundin, plötzlich eine neue enge Vertraute hat. Sie wendet sich dieser neuen Freundin zu. Ich bekomme mit, wie sie sich mit der anderen trifft und die beiden (ohne mich) sehr viel Spaß haben. Ich bin eifersüchtig auf die neue Freundin.

Was hat sie, was ich auch möchte? Sie hat die Aufmerksamkeit meiner Freundin.

Sie hat die Aufmerksamkeit meiner Freundin.

  1. Ist das wahr? In Gedanken sehe ich die beiden zusammensitzen, einen Wein trinken, lachen. Deshalb ist meine Antwort Ja.

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Hier taucht der Gedanke auf, dass ich nicht sicher wissen kann, auf was die Aufmerksamkeit meiner Freundin in diesem Moment wirklich liegt. Ich bin ja nicht da. Deshalb ist meine Antwort Nein.

  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du den Gedanken glaubst? Ich fühle mich abgelehnt, abgelegt wie einen alten Mantel, unwichtig, wertlos. Ich bin getrennt von dem was gerade in diesem Moment um mich herum passiert. Ich bin wie in einem Kino und schaue einen Film über eine Freundschaft. Ich bin neidisch, voller Selbstmitleid und auch wütend, weil ich nicht dabei bin.

  4. Wer bist du ohne den Gedanken? Ich nehme Kontakt auf mit dem gegenwärtigen Moment, bemerke wo ich bin, wo ich sitze, dass es mir gut geht. Dass ich gerade gar keine Lust auf Gesellschaft habe und auch nicht auf Wein. Ich habe plötzlich meine eigene Aufmerksamkeit. Für das was in mir und um mich herum vorgeht. Mir ist es irgendwie egal, was die beiden machen ohne mich. Es ist nicht meine Angelegenheit. Es taucht die Möglichkeit auf sie zu fragen, ob ich beim nächsten Treffen dabei sein kann. Dann wird mir klar, dass ich das gar nicht möchte. Aber es wäre eine Möglichkeit, ich könnte ja fragen.

Umkehrungen:

  • Ich habe meine Aufmerksamkeit. Ja in dem Moment, in dem ich ohne den Gedanken bin, verbinde ich mich mit mir selbst. Dann bemerke ich was in mir und um mich herum vor sich geht. Was ich möchte oder auch was ich glaube zu möchten.

  • Sie hat meine Aufmerksamkeit. Ja das ist auch wahr. Das stimmt sowohl für die eine als auch für die andere. Meine Freundin hat meine Aufmerksamkeit, weil ich um die ihre buhle. Sie hat meine Aufmerksamkeit, weil ich aufpasse/ kontrolliere, mit wem sie sich trifft. Die andere hat meine Aufmerksamkeit, indem ich versuche zu verstehen was sie hat, was ich nicht habe. Indem ich versuche so zu sein oder zu werden wie sie.

  • Sie hat ihre Aufmerksamkeit nicht. Ich weiß es nicht wirklich. Ob sie ihre Aufmerksamkeit auf diese exklusive und mich ausschließende Art hat, die ich befürchte. Ob sie die andere wirklich “mehr” mag als mich. Sie hat die Aufmerksamkeit nicht, weil es gar nicht möglich ist, die Aufmerksamkeit von jemand anderem zu “haben”. Festzuhalten, zu besitzen. Die Aufmerksamkeit sucht sich ihren eigenen Weg. Mal ist sie hier, mal da. Das ist mit meiner eigenen Aufmerksamkeit jedenfalls so.

Interessant.

Was bedeutet Eifersucht für dich? Gibt es einen schmerzvollen Gedanken rund um Eifersucht, den du überprüfen möchtest? Lad dir dafür auf der Seite Downloads die entsprechenden Arbeitsblätter herunter. Wenn du alleine nicht weiterkommst, melde dich gerne bei mir.

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Melanie Weber Melanie Weber

Toxische Beziehungen

Was tun, wenn ich mich in einer solchen Beziehung finde? Wenn ich mich selbst verloren habe in Abhängigkeiten, in faulen Kompromissen kombiniert mit der manchmal übermächtigen Angst, die Beziehung zu verlieren? Auch hier kann ich meine Gedanken mit The Work prüfen. WICHTIG! Es geht dabei in keiner Weise darum, ein Verhalten zu relativieren, einen Zustand wegzumachen oder gut zu heißen. Die Situation ist im Moment der Überprüfung die, die sie ist. The Work kann mir helfen, meine Gedanken zu klären und wieder zu mir selbst zu finden. Ich finde und prüfe meine Urteile und Gedanken über meine/n Partner/in. Ich erforsche, was der Glaube an diese Urteile aus meinem Leben macht, was passiert und wie ich reagiere, wenn ich diese Gedanken glaube. Dadurch begegne ich mir und meinen Gedanken mit Verständnis.

Der Begriff “toxische Beziehungen” begleitet seit uns seit einiger Zeit durch Blogbeiträge, Coachingangebote, Psychologische Beratungen etc.

“In toxischen Beziehungen stehen die Bedürfnisse des einen dominant im Vordergrund und die Aufgabe des anderen ist es, sie zu erfüllen. "Narzisstische Menschen haben kein »Wir-Gefühl, kein »Wir zwei miteinander, wir machen das. Wir leben das. Wir machen uns das Leben gut miteinander.« Sie haben nur: »Ich brauche dich, damit es mir gut geht. Und deshalb muss du so sein, wie ich dich haben will« ,sagt die Münchner Psychotherapeutin und Narzissmus-Expertin Bärbel Wardetzki. "Menschen in narzisstischen Beziehungen sind so stark mit der Aufrechterhaltung ihres Selbstwertgefühls beschäftigt, dass ihnen die gefühlvolle Zuwendung zum anderen fehlt". (https://www.emotion.de/psychologie-partnerschaft/partnerschaft/toxische-beziehung)

Was tun, wenn ich mich in einer solchen Beziehung finde? Wenn ich mich selbst verloren habe in Abhängigkeiten, in faulen Kompromissen kombiniert mit der manchmal übermächtigen Angst, die Beziehung zu verlieren? Auch hier kann ich meine Gedanken mit The Work prüfen. WICHTIG! Es geht dabei in keiner Weise darum, ein Verhalten zu relativieren, einen Zustand wegzumachen oder gut zu heißen. Die Situation ist im Moment der Überprüfung die, die sie ist. The Work kann mir helfen, meine Gedanken zu klären und wieder zu mir selbst zu finden. Ich finde und prüfe meine Urteile und Gedanken über meine/n Partner/in. Ich erforsche, was der Glaube an diese Urteile aus meinem Leben macht, was passiert und wie ich reagiere, wenn ich diese Gedanken glaube. Dadurch begegne ich mir und meinen Gedanken mit Verständnis.

Ein Beispiel aus einer vorgestellten Beziehung, die die oben genannten Merkmale einer toxischen Beziehung enthält zeigt, wie eine solche Überprüfung funktioniert. Es handelt sich hier nur um ein verallgemeinertes Beispiel, das Gedanken enthält, die so auftreten können (nicht müssen). Möglicherweise hilft es dir trotzdem, wenn du betroffen bist. Vergiss nicht: The Work ist ein meditativer Prozess. Es geht nicht um die intellektuelle oder analytische Überprüfung oder Abwägung von Vor- und Nachteilen.

Er behandelt mich schlecht.

  1. Ist das wahr? Ja.

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Auch hier ist die Antwort einsilbig. Warte darauf was in dir auftaucht. Ein Ja oder ein Nein, beides ist ok.

  3. Was passiert und wie reagierst du, wenn du den Gedanken glaubst? Du fühlst dich möglicherweise ausgeliefert, gefangen, hast Angst, erinnerst dich an Situationen, die den Gedanken beweisen, du befürchtest vielleicht künftige Ereignisse, bereitest dich jetzt schon darauf vor, planst strategisch voraus um Konfrontationen zu vermeiden. Du sehnst dich nach seiner Anerkennung, findest vielleicht Gründe und Entschuldigungen für sein Verhalten, relativierst seine “Ausrutscher”, du nimmst ihn vielleicht in Schutz vor anderen, die ihn kritisieren. Du verurteilst dich vielleicht selbst dafür, dass du es nicht schaffst ihn zu verlassen, obwohl er dich schlecht behandelt. Du suchst möglicherweise die Gründe für sein Verhalten bei dir selbst. Du fühlst dich im Recht mit deinem Urteil über ihn. Du bemerkst möglicherweise auch, dass dir der Gedanke einen gewissen, versteckten Nutzen bringt. Du bist in der Beziehung die “Gute”, er der Böse. Zwar zu einem hohen Preis aber ein kleiner Nutzen ist vielleicht dabei.

  4. Wer bist du ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken bemerkst du vielleicht, dass du dir viel gefallen lässt, weil du auf so etwas wie eine Bezahlung für deine Duldung hoffe. Einen Moment der Anerkennung, des Lobs, der Zuneigung. Ohne den Gedanken nimmst du ihn vielleicht nüchterner und neutraler wahr. Siehst du was er macht und was auch nicht. Du fühlst dich möglicherweise etwas freier und mehr in Verbindung mit dir selbst. Ich erlebe in der Antwort auf die 4. Frage oft eine körperlich spürbare Reaktion. Ein tieferes Atmen, einen Moment des Ankommens im Hier und Jetzt. In meinem Körper.

Kehre den Gedanken um.

  1. Ich behandle mich schlecht (in dieser Beziehung).

Finde Beispiele dafür, dass die Umkehrung genauso wahr ist, wie der Ursprungsgedanke, oder vielleicht sogar wahrer.

Ich behandle mich schlecht, weil ich meine Bedürfnisse als weniger wert bewerte als seine. Ich behandle mich schlecht weil ich den Kontakt zu mir verliere und mich nicht um mich kümmere, wenn ich mich brauche. Ich behandle mich schlecht, wenn ich mir vorstelle, dass meine Zukunft, die ich ja noch gar nicht kenne, auf jeden Fall eine düstere sein wird. Ich weiß es doch gar nicht. Ich behandle mich schlecht, weil ich mir in meinen Gedanken schon die Möglichkeit nehme, ein glückliches und friedliches Leben zu haben.

2. Ich behandle ihn schlecht.

Ich behandle ihn schlecht, weil ich es ihm auf eine Art und Weise gestatte, sich schlecht zu benehmen. Es ist nicht freundlich das zu tun.

Ich behandle ihn schlecht, weil ich ihn nicht ernst nehme. Ich erzähle mir möglicherweise die Geschichte über seine Veränderung wenn ich das oder das tue, schaffe oder hinbekomme. Oder wenn er dies oder jenes macht. In dem Moment, in dem er mich schlecht behandelt, nehme ich ihn nicht ernst. Ich erzähle mir die Geschichte von Hoffnung und Veränderung, sehe ihn nicht so, wie er ist. Verwirrt, ohne die Möglichkeit, sich zu verändern.

3. Er behandelt mich gut.

Er zeigt mir klar und deutlich wie er ist. Das ist ehrlich und offen. Auf eine Art und Weise kann man da auch von “gut” sprechen. Sein Verhalten gibt mir eine klare Richtung. Er behandelt mich gut, weil er mir deutlich zeigt, wo ich nicht hingehöre.

Er behandelt mich gut, weil er mir deutlich zeigt, dass er sich nicht um mich kümmert. Dass das niemand tun kann außer mir selbst. Das hilft mir, zu mir selbst zu finden, für mich selbst einzutreten, bringt mich in meine eigene Kraft hinein, statt darauf zu hoffen, dass etwas von außen kommt und das für mich erledigt. Diesen Kontakt zu mir selbst zu finden fühlt sich gut an.

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