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Melanie Weber Melanie Weber

TIPP

Gerne empfehle ich alle Bücher und Videos von Jeff Foster. Eines seiner Videos verlinke ich euch. Es ist auf Englisch. Seine Bücher sind alle auch auf Deutsch erhältlich.

Gerne empfehle ich, neben den Büchern von Byron Katie, alle Bücher und Videos von Jeff Foster. Eines seiner Videos verlinke ich euch. Es ist auf Englisch. Seine Bücher sind alle auch auf Deutsch erhältlich.Solltet Ihr euch die Bücher bestellen wollen unterstützt vielleicht Euren örtlichen Buchhandel oder kauft es gebraucht.

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The Work ist so kognitiv.

Wenn Menschen noch keine persönliche Berührung mit The Work gemacht haben, sondern lediglich davon gelesen oder gehört haben, kommt manchmal der Einwand, dass es sich bei The Work um eine sehr kognitive Methode handelt. Es scheint so, als ginge es darum, die eigenen Gedanken zu verdrehen und sich selbst von etwas anderem als der Wahrheit zu überzeugen oder sogar einzureden.

Das hat mit The Work sehr wenig zu tun.

Wenn Menschen noch keine persönliche Berührung mit The Work gemacht haben, sondern lediglich davon gelesen oder gehört haben, kommt manchmal der Einwand, dass es sich bei The Work um eine sehr kognitive Methode handelt. Es scheint so, als ginge es darum, die eigenen Gedanken zu verdrehen und sich selbst von etwas anderem als der Wahrheit zu überzeugen oder sogar einzureden.

Das hat mit The Work sehr wenig zu tun. Im Gegenteil. Bei der Begegnung und Prüfung eines Gedankens mit The Work handelt es sich um eine sehr respektvolle, liebevolle Methode, die die praktizierende Person in eine tiefe Verbindung mit sich selbst führen kann. Die Fragen führen in das unmittelbare Erleben. Während der Überprüfung kann man die Erfahrung machen, wie es ist, einen Gedanken zu glauben und wie es ist, ein Leben ohne den Gedanken zu führen. Es geht auf die Suche nach der eigenen, individuellen Wahrheit, nach Ehrlichkeit und Authentizität.

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Selbstliebe - Audio

“Wenn du die Liebe deines Lebens sehen willst, schau in den Spiegel.”

Diesem berühmten Zitat von Byron Katie gehe ich gemeinsam mit meiner Coach Freundin Jelena Atanackovic von mein-mindset.de nach. (Audio)

“Wenn du die Liebe deines Lebens sehen willst, schau in den Spiegel.”

Diesem berühmten Zitat von Byron Katie gehe ich gemeinsam mit meiner Coach Freundin Jelena Atanackovic von mein-mindset.de nach. (Audio)

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Putin greift an.

Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe. Noch bevor Bomben fallen. Und dann fallen sie. Das Undenkbare passiert. Er wird doch nicht? Doch er wird. Und nicht nur das. Er bringt Atomwaffen in Stellung. Jedenfalls heißt es so.

Ich vertraue The Work, aufgrund vieler Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren damit gemacht habe sehr und will versuchen, damit Licht und Frieden in mein Denken zu bringen. Byron Katie sagt oft: Mache The Work nicht mit einem Motiv. Mache sie aus Liebe zur Wahrheit.

Vielleicht treffen wir uns während dieser Überprüfung. Die Wahrheit und mein Motiv. Und unterwegs begegnen wir vielleicht sogar der Liebe.

Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe. Noch bevor Bomben fallen. Und dann fallen sie. Das Undenkbare passiert. Er wird doch nicht? Doch er wird. Und nicht nur das. Er bringt Atomwaffen in Stellung. Jedenfalls heißt es so.

Ich vertraue The Work, aufgrund vieler Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren damit gemacht habe sehr und will versuchen, damit Licht und Frieden in mein Denken zu bringen. Byron Katie sagt oft: Mache The Work nicht mit einem Motiv. Mache sie aus Liebe zur Wahrheit.

Vielleicht treffen wir uns während dieser Überprüfung. Die Wahrheit und mein Motiv. Und unterwegs begegnen wir vielleicht sogar der Liebe.

Putin greift die Ukraine an.

  1. Ist das wahr?

    Ja

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

    In mir taucht auf, dass er ja nicht selbst an der Front steht. Er mag den Einsatzbefehl gegeben haben, ziemlich sicher hat er das. Ich habe aber keine Information, in wieweit auch andere Personen an der Entscheidung beteiligt waren Deshalb ist meine ehrliche Antwort auf Frage 2 ein “Nein”.

  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du den Gedanken glaubst?

    Ich bekomme Angst, ich höre und sehe Nachrichten. Wortfetzen kommen in meine Erinnerung. Nato, Grenzen, erster Angriffskrieg nach 1939, ich sehe das Gesicht von Putin vor mir, denke an Berichte, die ich schon vor Jahren über ihn gesehen habe. Ich bin verzweifelt, weil mögliche Chancen, diesen Augenblick zu verhindern, schon vor Jahren verpasst wurden. Ich stelle mir vor, wie der Krieg unser Land und die ganze Welt verändert. Ich wage nicht in Richtung Atomkrieg zu denken, verbiete mir das Undenkbare und traue es ihm gleichzeitig zu. Ich konzentriere mich auf mein hier und jetzt, bemerke, wie meine Gedanken immer wieder abschweifen. Wie es mir unmöglich ist, bei mir zu bleiben. Ich fühle mich alleine, obwohl ich sehe, dass so viele Menschen wie ich fühlen, Menschen auf die Strasse gehen, Solidarität zeigen. Ich überlege wie ich helfen kann.

  4. Wer wärest du ohne den Gedanken?

    Ohne den Gedanken (und die in mir damit verknüpfte Geschichte) bin ich entspannt. Ich sehe was passiert. Nehme es zur Kenntnis, fühle mich verbunden mit der Menschheit. Ja, das ist es was Menschen seit Jahrtausenden tun. Sie führen Krieg. Innerlich und äußerlich. Ohne den Gedanken sehe ich den Krieg, den ich in mir selbst führe. Gegen mich selbst. Das Unterdrücken und nicht wahr haben wollen, dass Menschen in der Lage sind so etwas zu tun. Ich beginne mich der Realität zu stellen und merke, wie ich dadurch in meine Handlungsfähigkeit zurück finde. Ich kann Abschied nehmen von meiner Vorstellung davon, wie die Welt zu sein hätte. Ich sehe, wie sie in diesem Moment ist (zumindest in dem Teil der Welt, den ich gerade wahrnehme). Ich beginne zu weinen. Über die Menschheit, über mich. Es sind Tränen der Trauer und Verbundenheit. Sonst ist da kein Schmerz. Ohne den Gedanken ist kein Aktionismus da. Ich tue was ich tue und was ich tun kann. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe keine Angst vor der Zukunft mehr.

Kehre den Gedanken um und finde für jede Umkehrung Beispiele, warum die Umkehrung genauso wahr ist wie der Ursprungsgedanke.

Umkehrung 1: Ich greife mich an.

Ja das ist wahr. Ich greife mich selbst an, in dem ich mich und mein Denken unterdrücke. In dem ich nicht wahr haben will, was passiert. Indem ich mir keine Zeit nehme, zu fühlen. Die Trauer zu fühlen. Den Schmerz. Die Verbundenheit.

Ich greife mich auch selbst an, in dem ich mir eine vorgestellte Welt erzähle. Wie die Welt sein sollte, obwohl sie es gerade nicht ist.

Umkehrung 2: Ich greife die Ukraine an.

Diese Umkehrung verwirrt mich. Nein das tue ich doch nicht, ist der erste Gedanke. Doch ich habe gelernt, dass The Work mir manchmal tiefere Wahrheiten beschert, wenn ich ein bisschen in dem Gedanken sitze, wenn ich ihn zulasse und darauf warte, dass er seine Weisheit (auch im übertragenen Sinne) entfalten kann.

Ich greife die Ukraine an, in dem ich sie als Opfer betrachte. Als Opfer eines Angriffs. Ich erschaffe in meinem Denken das Bild einer angegriffenen, schwachen Ukraine. Dabei braucht die Ukraine jetzt meine Unterstützung, meine Verbundenheit und mein Vertrauen in ihre Stärke.

Ich greife (im übertragenen Sinne) die Ukraine an, in dem ich mir die Bilder der Angriffe immer wieder in Gedanken ansehe. Ich habe durch die Medien das Bild eines Angriffes gezeigt bekommen, in meinem Kopf spielt es sich aber immer wieder ab, wie in der Wiederholung. Das ist es was mein Denken tut. Diese Umkehrung hilft mir, mein Denken besser zu verstehen, mich etwas von der aufgeregten Energie, die damit verbunden ist, zu distanzieren.

Umkehrung 3: Ich greife Putin an.

Das ist wahr. Ich greife ihn an in meinen Gedanken, will ihn tot sehen, vernichtet.

Ich greife ihn an, weil er meiner Meinung nach der einzig Schuldige der ganzen Angelegenheit ist.

Ich greife ihn an, weil er mein persönliches Leben, meine Welt, wie ich sie gerne hätte, bedroht. (Leider wird mir dabei deutlich, dass ich nicht so selbstlos bin, wie ich gerne sein würde. Es geht mir hier sehr um mich selbst, um meine eigene Sicherheit und die meiner Familie. Da ist plötzlich sehr wenig Solidarität und Mitgefühl mit der Ukraine in mir.)

Umkehrung 4: Putin greift die Ukraine nicht an.

Durch diese Umkehrung taucht in mir die Frage auf, was Angreifen überhaupt ist und bedeutet. Heißt es eine Bombe zu werfen? Ist es die Absicht, Macht auszuüben und zu demonstrieren?

Für mich ist Angriff die Reaktion auf eine befürchtete oder reale Bedrohung, es ist eine Form der Verteidigung.

(Bei den Beispielen, die mir zu dieser Umkehrung einfallen, handelt es sich lediglich um Möglichkeiten. Keine davon kann ich sicher wissen. Mir helfen allerdings auch die Möglichkeiten sehr, mein Denken zu weiten.)

In genannten Sinne (als unmittelbare Reaktion auf eine Bedrohung) greift Putin die Ukraine möglicherweise nicht an. Es gab keine unmittelbare Bedrohung. Vielmehr scheint das Vorgehen von viel Kalkül geprägt zu sein.

Er greift nicht die komplette Ukraine an. Es gibt Dörfer, Städte, die (bisher) verschont sind, weil sie für ihn von keinem großen, strategischen Interesse sein mögen.

Umkehrung 5: Die Ukraine greift Putin an.

Ja das ist auch wahr. Die Ukraine verteidigt sich, sie reagiert auf die reale Bedrohung. Das ist, wie ich vorher beschrieben habe, eine Art des Angreifens.

Sie greift Putin an, mit Hilfe von Medien. Sie nutzt soziale Medien, Kontakte zu anderen Ländern um Putin und sein Handeln zu veröffentlichen.

Nach dieser Work fühle ich mich friedlicher. Ich bin erwacht in einer Welt, in der es Krieg gibt. In der Krieg Realität ist. Ich habe meinen Frieden damit gefunden. Wehre mich nicht mehr dagegen. Bin voller Liebe für die Menschheit, die noch keinen Weg heraus gefunden hat. Ich habe in diesem Moment in mir selbst für Frieden gesorgt. Frieden mit dem Krieg. Paradox und wahr.

The Work ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Diese Überprüfung, die Gedanken und Beispiele funktionieren für mich. Du selbst findest vielleicht andere oder auch zusätzliche, die weiterhelfen.

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Melanie Weber Melanie Weber

"Urteile über ..."

Seit Wochen kann ich einen Abrechungsprozess für Moderationsstunden nicht abschließen, weil eine ebenfalls daran beteiligte Person die Veranstaltung, die ich gerne abrechnen möchte, nicht im entsprechenden Online-Portal anlegt. Ich habe bereits mehrfach Emails geschrieben und darum gebeten, habe schon Vorgesetzte informiert, dennoch ist noch nichts passiert. Ich bin sehr wütend darüber. Ich schreibe meine Gedanken auf das Arbeitsblatt “Urteile über deinen Nächsten” und überprüfe die Sätze dann mit den vier Fragen und Umkehrungen.

Es folgt ein Text, der verdeutlicht, wie ich mit dem Arbeitsblatt von Byron Katie meine Gedanken über eine Person identifiziere und überprüfe. Ich lade dich ein, dich in Ruhe darauf einzulassen und ihn in Bezug auf deine eigenen, vergleichbaren Gedanken und Situationen mit mir gemeinsam zu prüfen. Es lohnt sich! Schreib mir gerne deine Erfahrungen und Erkenntnisse.

Ein Beispiel aus meinem Leben: Seit Wochen kann ich einen Abrechungsprozess für Moderationsstunden nicht abschließen, weil eine ebenfalls daran beteiligte Person die Veranstaltung, die ich gerne abrechnen möchte, nicht im entsprechenden Online-Portal anlegt. Ich habe bereits mehrfach Emails geschrieben und darum gebeten, habe schon Vorgesetzte informiert, dennoch ist noch nichts passiert. Ich bin sehr wütend darüber. Ich schreibe meine Gedanken auf das Arbeitsblatt “Urteile über deinen Nächsten” und überprüfe die Sätze dann mit den vier Fragen und Umkehrungen.

Der erste Satz, der überprüft wird, ist der zweite Teil von Nummer 1. In diesem Fall “Er macht seine Arbeit nicht.”

Die folgenden Sätze werden als Ganzes geprüft, so wie sie auf dem Arbeitsblatt stehen.

5. KLAGEN

An dieser Stelle des Arbeitsblattes angekommen, kann ich es ausprobieren, die Klagen bereits sofort zu mir umkehren. Wenn das nicht funktioniert, kann ich sie auch prüfen.

6. Ich will nie wieder erleben, …

Mit dem letzten Punkt auf dem Arbeitsblatt kann ich überprüfen, wie weit ich innerlich mit der Situation gekommen bin. Wie viel Frieden ich mittlerweile darüber habe. Es könnte ja passieren, dass mir eine ähnliche Situation wieder begegnet. Wie schön wäre es, wenn ich bereit dazu wäre oder mich sogar darüber freuen könnte.

Ich kehre die letzte Aussage um zu: Ich bin bereit zu erleben, dass…

oder auch zu “Ich freue mich darauf, zu erleben, dass…

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Melanie Weber Melanie Weber

Die Kinder und Corona

Die Corona Pandemie dauert lange. Viel länger als gedacht. Manche Kinder, so auch die Schüler*innen in meiner Klasse sind in diesem Zeitraum eingeschult worden, haben ihr schulisches Leben mit Beschränkungen, Lockdown, Distanzlernen und Wechselunterricht begonnen. Obwohl der Unterricht inzwischen wieder regelmäßig stattfindet, gibt es beunruhigende Berichte darüber, was der lange Lockdown und die fehlenden sozialen Kontakte bei Kindern ausgelöst haben.

Die Corona Pandemie dauert lange. Viel länger als gedacht. Manche Kinder, so auch die Schüler*innen in meiner Klasse sind in diesem Zeitraum eingeschult worden, haben ihr schulisches Leben mit Beschränkungen, Lockdown, Distanzlernen und Wechselunterricht begonnen. Obwohl der Unterricht inzwischen wieder regelmäßig stattfindet, gibt es beunruhigende Berichte darüber, was der lange Lockdown und die fehlenden sozialen Kontakte bei Kindern ausgelöst haben. Eltern geben ihr Bestes, um ihren Kindern, ob schon in der Schule oder nicht, ein abwechslungsreiches und ermutigendes Alltagsleben zu ermöglichen, viele sind hilflos und überfordert. Immer wieder taucht die Sorge um die Kinder auf. Mal leise, mal ganz laut. Sorgentelefone melden einen sprunghaften Anstieg an Anrufen. Kinder- und Jugendpsychologen äußern sich zur Zunahme von psychischen Erkrankungen bei ihren Klient*innen.

Sie vereinsamen sozial.

Sie haben nicht genug Anregungen.

Sie lernen nicht richtig.

Sie sind nicht zu motivieren.

Sie schauen zu viel fernsehen.

Sie wissen nichts mehr mit sich anzufangen.

Sie haben zu wenig Kontakt zu den Mitschüler*innen.

Sie verpassen ein ganzes Schuljahr.

Sie sehnen sich nach ihren Großeltern, Freunden, Verwandten.

Sie werden an noch unabsehbaren Spätfolgen leiden.

Der letzte Satz in dieser Liste ist ein häufig auftauchender Gedanke den jede/r von uns schon in unterschiedlichster Schattierung in individuell sehr unterschiedlichen Situationen hatte. Der Ursprung davon ist die Angst bzw. der Gedanke:

Etwas Schreckliches wird passieren.

Hier zeigt er sich im Zusammenhang mit der Situation der Kinder während und durch die Pandemie. Ich werde ihn mit den Fragen von The Work überprüfen. Es geht hierbei nicht darum, die Auswirkungen der Pandemie auf die Kinder zu relativieren oder auf konzeptioneller Ebene zu lösen. Es geht um meinen persönlichen Gedanken und seine Überprüfung. Dieser Aspekt ist sehr wichtig!! Bei The Work geht es in keiner Weise darum Dinge schön zu reden oder abzuschwächen. Es handelt sich um eine Überprüfung, die ehrliche, ergebnisoffene und meditative Betrachtung eines Gedankens und dessen, was er bewirkt.

Sie werden an noch unabsehbaren Spätfolgen leiden.

  1. Ist das wahr?

    (Wenn du neu bist in The Work: Die Antwort auf diese Frage ist entweder ein Ja oder ein Nein. Wenn du keine eindeutige Antwort hast, dann warte bis sie auftaucht. Es geht beim Beantworten der Fragen nicht um eine Analyse, nicht um eine Diskussion, in der du dich selbst von etwas überzeugen musst. The Work ist Meditation. Du darfst ehrlich antworten. Ein Ja ist genau soviel Wert wie ein nein.) Meine Antwort hierauf lautet nein. (Ich merke, dass ich es einfach nicht wissen kann)

    Falls deine Antwort Ja lautet dann gehe zur Frage 2. Falls sie ebenfalls nein lautet kannst du Frage 2 überspringen und direkt zu Frage 3 gehen.

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Auch hier wieder eine einfache Antwort: Ja oder Nein.

  3. Wer bist du, wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst? Ich fühle Unsicherheit, Angst, Hilflosigkeit. Sofort gehen meine Gedanken in eine ungewisse Zukunft. Ich sehe die Kinder wie in einem Film vor mir. Hospitalisiert, abgeschnitten vom Leben und von anderen Kindern, abhängig, retardiert in ihren sozialen Fähigkeiten. Sehe fehlende und für unsere Gesellschaft so wichtige emphatische Fähigkeiten, die sich nicht entwickeln konnten. Ich sehe unglückliche Kindergesichter, aus denen unglückliche Erwachsene werden. Sehe unsere Gesellschaft vereinsamen, immer egoistischer werden. Ich sehe Einzelschicksale vor mir von Kindern, die ich kenne. Sehe die fehlenden Lernerfahrungen, die sie nicht machen können. Das “noch unabsehbare” an dem Gedanken macht mir große Angst. Die Ungewissheit vermittelt mir ein Gefühl von Kontrollverlust, von Ausgeliefert sein. Das Ganze bekommt in meiner Vorstellung ein apokalyptisches Ausmaß.

  4. Wer bist du ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken lande ich im Hier und Jetzt. Sehe ich die Kinder vor mir, mit denen ich unmittelbar zu tun habe. Ohne den Gedanken existiert die Vorstellung von “Spätfolgen” gar nicht. Was ist das eigentlich? Eine Folge, die irgendwann eintritt, aufgrund von Erfahrungen, die jetzt gemacht (oder auch nicht gemacht werden?). Wer kann das denn wirklich beurteilen? Ohne den Gedanken fühle ich mich verbunden mit den Kindern, mit denen ich zu tun habe, kann ich mich denen, denen ich begegne auf sehr unmittelbare Art und Weise nähern. Genieße ich das Gespräch mit den Nachbarskindern über den Gartenzaun, freue ich mich, dass auch meine Schüler und Schülerinnen bei Ihren Eltern und Familien gut aufgehoben sind. Ohne den Gedanken werde ich aktiv und versuche auf einfache Art und Weise das Leben der Kinder um mich herum zu bereichern. Ohne den Gedanken staune ich über das, was Kinder lernen, ich entdecke in mir ein großes Vertrauen in ihre Gestaltungs- und Anpassungsfähigkeit. Mir wird auch bewusst, dass es ein “Später” gar nicht gibt. In dem Moment, wo es da ist, ist es ein “Jetzt”. Später ist immer innerhalb einer Vorstellung, einer Imagination, einer Geschichte.

Kehre den Gedanken um

  1. Ich werde an noch unabsehbaren Spätfolgen leiden.

    • Ja, wenn ich weiter diesen Gedanken glaube, werde ich wahrscheinlich in einer emotionalen Abwärtsspirale landen, die es mir unmöglich macht, den Kindern positiv und freundlich zu begegnen, mit denen ich zu tun habe.

    • Die Spätfolgen von Corona sind unabsehbar. Für die Kinder und für mich auch.

    • Wir können nicht in die Zukunft sehen, das ist nach wie vor unmöglich. Insofern ist diese Umkehrung wahr.

  2. Sie werden nicht an unabsehbaren Spätfolgen leiden.

    • Das ist genauso möglich wie der Ursprungsgedanke.

    • Die Spätfolgen müssen nicht so schlimm sein wie ich es befürchte. Unter den von mir befürchteten Folgen müssen sie deshalb nicht zwangsläufig “leiden”. Es ist ihre Sache was sie daraus machen. Vielleicht gelingt es ihnen gut selbst wenn es für mich nicht so aussehen mag.

    • Wenn das “Später” eintritt ist die Folge nicht mehr unabsehbar. Dann ist sie da und ob man dann weiß, ob es wirklich eine direkte Folge des Lockdowns ist bleibt dahin gestellt. Die Angst in mir entsteht durch das nicht greifbare an dem Wort “Später”. Wenn die Folge da ist kann ich damit umgehen.

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Toxische Beziehungen

Was tun, wenn ich mich in einer solchen Beziehung finde? Wenn ich mich selbst verloren habe in Abhängigkeiten, in faulen Kompromissen kombiniert mit der manchmal übermächtigen Angst, die Beziehung zu verlieren? Auch hier kann ich meine Gedanken mit The Work prüfen. WICHTIG! Es geht dabei in keiner Weise darum, ein Verhalten zu relativieren, einen Zustand wegzumachen oder gut zu heißen. Die Situation ist im Moment der Überprüfung die, die sie ist. The Work kann mir helfen, meine Gedanken zu klären und wieder zu mir selbst zu finden. Ich finde und prüfe meine Urteile und Gedanken über meine/n Partner/in. Ich erforsche, was der Glaube an diese Urteile aus meinem Leben macht, was passiert und wie ich reagiere, wenn ich diese Gedanken glaube. Dadurch begegne ich mir und meinen Gedanken mit Verständnis.

Der Begriff “toxische Beziehungen” begleitet seit uns seit einiger Zeit durch Blogbeiträge, Coachingangebote, Psychologische Beratungen etc.

“In toxischen Beziehungen stehen die Bedürfnisse des einen dominant im Vordergrund und die Aufgabe des anderen ist es, sie zu erfüllen. "Narzisstische Menschen haben kein »Wir-Gefühl, kein »Wir zwei miteinander, wir machen das. Wir leben das. Wir machen uns das Leben gut miteinander.« Sie haben nur: »Ich brauche dich, damit es mir gut geht. Und deshalb muss du so sein, wie ich dich haben will« ,sagt die Münchner Psychotherapeutin und Narzissmus-Expertin Bärbel Wardetzki. "Menschen in narzisstischen Beziehungen sind so stark mit der Aufrechterhaltung ihres Selbstwertgefühls beschäftigt, dass ihnen die gefühlvolle Zuwendung zum anderen fehlt". (https://www.emotion.de/psychologie-partnerschaft/partnerschaft/toxische-beziehung)

Was tun, wenn ich mich in einer solchen Beziehung finde? Wenn ich mich selbst verloren habe in Abhängigkeiten, in faulen Kompromissen kombiniert mit der manchmal übermächtigen Angst, die Beziehung zu verlieren? Auch hier kann ich meine Gedanken mit The Work prüfen. WICHTIG! Es geht dabei in keiner Weise darum, ein Verhalten zu relativieren, einen Zustand wegzumachen oder gut zu heißen. Die Situation ist im Moment der Überprüfung die, die sie ist. The Work kann mir helfen, meine Gedanken zu klären und wieder zu mir selbst zu finden. Ich finde und prüfe meine Urteile und Gedanken über meine/n Partner/in. Ich erforsche, was der Glaube an diese Urteile aus meinem Leben macht, was passiert und wie ich reagiere, wenn ich diese Gedanken glaube. Dadurch begegne ich mir und meinen Gedanken mit Verständnis.

Ein Beispiel aus einer vorgestellten Beziehung, die die oben genannten Merkmale einer toxischen Beziehung enthält zeigt, wie eine solche Überprüfung funktioniert. Es handelt sich hier nur um ein verallgemeinertes Beispiel, das Gedanken enthält, die so auftreten können (nicht müssen). Möglicherweise hilft es dir trotzdem, wenn du betroffen bist. Vergiss nicht: The Work ist ein meditativer Prozess. Es geht nicht um die intellektuelle oder analytische Überprüfung oder Abwägung von Vor- und Nachteilen.

Er behandelt mich schlecht.

  1. Ist das wahr? Ja.

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Auch hier ist die Antwort einsilbig. Warte darauf was in dir auftaucht. Ein Ja oder ein Nein, beides ist ok.

  3. Was passiert und wie reagierst du, wenn du den Gedanken glaubst? Du fühlst dich möglicherweise ausgeliefert, gefangen, hast Angst, erinnerst dich an Situationen, die den Gedanken beweisen, du befürchtest vielleicht künftige Ereignisse, bereitest dich jetzt schon darauf vor, planst strategisch voraus um Konfrontationen zu vermeiden. Du sehnst dich nach seiner Anerkennung, findest vielleicht Gründe und Entschuldigungen für sein Verhalten, relativierst seine “Ausrutscher”, du nimmst ihn vielleicht in Schutz vor anderen, die ihn kritisieren. Du verurteilst dich vielleicht selbst dafür, dass du es nicht schaffst ihn zu verlassen, obwohl er dich schlecht behandelt. Du suchst möglicherweise die Gründe für sein Verhalten bei dir selbst. Du fühlst dich im Recht mit deinem Urteil über ihn. Du bemerkst möglicherweise auch, dass dir der Gedanke einen gewissen, versteckten Nutzen bringt. Du bist in der Beziehung die “Gute”, er der Böse. Zwar zu einem hohen Preis aber ein kleiner Nutzen ist vielleicht dabei.

  4. Wer bist du ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken bemerkst du vielleicht, dass du dir viel gefallen lässt, weil du auf so etwas wie eine Bezahlung für deine Duldung hoffe. Einen Moment der Anerkennung, des Lobs, der Zuneigung. Ohne den Gedanken nimmst du ihn vielleicht nüchterner und neutraler wahr. Siehst du was er macht und was auch nicht. Du fühlst dich möglicherweise etwas freier und mehr in Verbindung mit dir selbst. Ich erlebe in der Antwort auf die 4. Frage oft eine körperlich spürbare Reaktion. Ein tieferes Atmen, einen Moment des Ankommens im Hier und Jetzt. In meinem Körper.

Kehre den Gedanken um.

  1. Ich behandle mich schlecht (in dieser Beziehung).

Finde Beispiele dafür, dass die Umkehrung genauso wahr ist, wie der Ursprungsgedanke, oder vielleicht sogar wahrer.

Ich behandle mich schlecht, weil ich meine Bedürfnisse als weniger wert bewerte als seine. Ich behandle mich schlecht weil ich den Kontakt zu mir verliere und mich nicht um mich kümmere, wenn ich mich brauche. Ich behandle mich schlecht, wenn ich mir vorstelle, dass meine Zukunft, die ich ja noch gar nicht kenne, auf jeden Fall eine düstere sein wird. Ich weiß es doch gar nicht. Ich behandle mich schlecht, weil ich mir in meinen Gedanken schon die Möglichkeit nehme, ein glückliches und friedliches Leben zu haben.

2. Ich behandle ihn schlecht.

Ich behandle ihn schlecht, weil ich es ihm auf eine Art und Weise gestatte, sich schlecht zu benehmen. Es ist nicht freundlich das zu tun.

Ich behandle ihn schlecht, weil ich ihn nicht ernst nehme. Ich erzähle mir möglicherweise die Geschichte über seine Veränderung wenn ich das oder das tue, schaffe oder hinbekomme. Oder wenn er dies oder jenes macht. In dem Moment, in dem er mich schlecht behandelt, nehme ich ihn nicht ernst. Ich erzähle mir die Geschichte von Hoffnung und Veränderung, sehe ihn nicht so, wie er ist. Verwirrt, ohne die Möglichkeit, sich zu verändern.

3. Er behandelt mich gut.

Er zeigt mir klar und deutlich wie er ist. Das ist ehrlich und offen. Auf eine Art und Weise kann man da auch von “gut” sprechen. Sein Verhalten gibt mir eine klare Richtung. Er behandelt mich gut, weil er mir deutlich zeigt, wo ich nicht hingehöre.

Er behandelt mich gut, weil er mir deutlich zeigt, dass er sich nicht um mich kümmert. Dass das niemand tun kann außer mir selbst. Das hilft mir, zu mir selbst zu finden, für mich selbst einzutreten, bringt mich in meine eigene Kraft hinein, statt darauf zu hoffen, dass etwas von außen kommt und das für mich erledigt. Diesen Kontakt zu mir selbst zu finden fühlt sich gut an.

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Prokrastination

Aufschieberitis muss nicht wirklich ein Problem sein. Ob du die Wäsche an diesem oder einem anderen Tag wäschst, dich um das Rasen mähen drückst oder andere Dinge aufschiebst, die keinen “Termin” haben, spielt nicht wirklich eine große Rolle. Schwierig wird es möglicherweise, wenn du dich deshalb schlecht fühlst, dein Tag nur noch aus Warten auf die Motivation besteht, wenn du viel Kraft beim “vor dir her schieben” verbrauchst. oder wenn dich das “nicht in Gang kommen” in unwiderrufliche Situationen bringt (z. B. bei der nicht rechtzeitigen Bearbeitung deiner Steuererklärung oder der Abgabe von Arbeiten im Rahmen von Studium oder Ausbildung)

Ich beschreibe dir ein Beispiel aus meinem Leben.

Aufschieberitis muss nicht wirklich ein Problem sein. Ob du die Wäsche an diesem oder einem anderen Tag wäschst, dich um das Rasen mähen drückst oder andere Dinge aufschiebst, die keinen “Termin” haben, spielt nicht wirklich eine große Rolle. Schwierig wird es möglicherweise, wenn du dich deshalb schlecht fühlst, dein Tag nur noch aus Warten auf die Motivation besteht, wenn du viel Kraft beim “vor dir her schieben” verbrauchst. oder wenn dich das “nicht in Gang kommen” in unwiderrufliche Situationen bringt (z. B. bei der nicht rechtzeitigen Bearbeitung deiner Steuererklärung oder der Abgabe von Arbeiten im Rahmen von Studium oder Ausbildung)

Ich beschreibe dir ein Beispiel aus meinem Leben.

Seit einigen Tagen komme ich nicht richtig in Gang, ich hänge herum, mache sinnlose und sinnvolle Dinge und drücke mich vor einigen Teilen der Hausarbeit. Nicht, dass ich nicht arbeite oder nichts tue. Ich entwickele Seminare, kümmere mich um meine Schüler*innen und ihre Eltern im Rahmen der Pandemiebedingten Schulschließungen, begleite Menschen im Coaching, koche, gehe spazieren. Doch es gibt ein paar Hausarbeiten, gegen die ich mich innerlich wehre. Denen ich gekonnt oder weniger gekonnt aus dem Weg gehe. Die sich im Lauf der Tage wie eine Last auf mich legen.

Mit Hilfe von The Work kann ich mir vielleicht weiterhelfen. Begleite mich gerne bei der Identifizierung und Überprüfung meiner Gedanken dazu.

Ich habe keine Lust das Bad einer Großreinigung zu unterziehen, obwohl ich den Eindruck habe, es wäre mal wieder dran. Welche Gedanken halten mich davon ab?

  • Ich habe keine Lust.

  • Es dauert zu lange.

  • Es wird eh wieder schmutzig.

  • Es ist mühsam.

  • Ich muss auf dem Boden herumkriechen.

  • Es ist anstrengend (für mich).

  • Ich muss meinen Rücken schonen.

  • Meine Haut wird von der Putzerei so trocken.

  • Mein Mann sollte das auch mal machen.

  • Immer muss ich das machen.

Ich überprüfen den Gedanken, der für mich persönlich im Augenblick die meiste Überzeugungskraft hat, die größte emotionale Ladung enthält.

Ich entscheide mich für den Gedanken: Es ist anstrengend für mich.

  1. Ist das wahr? Ja

  2. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Nein.

    (Hier taucht bei mir die Erinnerung an frühere Badgrundreinigungsaktionen auf, die irgendwie schön und zufriedenstellend waren, deshalb kann ich es jetzt nicht absolut sicher wissen ob es wirklich anstrengend ist. Möglicherweise ist es anstrengend aber auch gleichzeitig so zufriedenstellend, dass mir die Anstrengung nicht so richtig auffällt)

  3. Was passiert, wie reagiere ich, wenn ich den Gedanken glaube?

    Ich fühle mich angestrengt, gehe dem Gedanken aus dem Weg. Habe keine Lust, bin genervt. Setze mich selbst unter Druck. Mache mich schlecht (z. B. mit Sätzen wie: Stell dich nicht so an, meine Güte so anstrengend ist es ja nun auch nicht, was bist du?, sei nicht so faul…)

    Ich fühle mich unnütz, schiebe den Zeitpunkt des Putzens vor mir her, fühle eine Last auf mir, auf meiner Brust und meinen Schultern, Ich bin unfähig, irgendetwas zu tun, was nur im entferntesten an Anstrengung erinnert.

    Ich sehe mich in Gedanken über den Badezimmerboden kriechen, sehe mich an Ritzen scheitern, an die ich nicht herankomme, bleibe in Gedanken an unserem alten Badezimmerschrank hängen, der sich langsam verfärbt. Ich versuche Argumente dafür zu finden, dass ich das ja jetzt auch nicht machen MUSS. Trotzdem bleibt das blöde Gefühl. In meinen Gedanken ist das Bad viel, viel schmutziger als es, realistisch betrachtet, ist. Ich tadele mich selbst dafür, dass ich in meinem Kopf daraus so eine große Sache mache.

    Mit dem Gedanken “Es ist anstrengend für mich.” bin ich nicht in der Lage fröhlich nichts zu tun. Das Bad einfach entspannt auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ich bin aber auch nicht in der Lage es jetzt fröhlich und motiviert zu machen.

    Ich merke wie ich mich schäme dafür, dass ich, eine gestandene Frau, die den Haushalt seit Jahrzehnten wuppt, das jetzt nicht hinbekommt. Die Scham erstreckt sich auch darauf, diese Überprüfung hier zu veröffentlichen “was sollen die Leute denken? Du willst Coach sein?” Mit dem Gedanken “ Es ist anstrengend für mich” kann ich das Putzen anscheinend mit einigermaßen gutem Gewissen vor mir herschieben, das scheint so etwas wie ein Nutzen des Gedankens zu sein. Etwas wofür ich ihn zu brauchen glaube.

  4. Wer wärest du ohne den Gedanken?

    Ohne den Gedanken kann ich entspannt das tun, was ich gerade tue. Ohne den Gedanken spielt das Bad auf einmal keine besonders große Rolle mehr. Ich putze es oder ich lasse es. Beides ist gut. Ich fühle mich im hier und jetzt wohl. Ich fühle mich frei ohne eine Geschichte über mich als unsaubere, unordentliche und faule Person. Ich bin die, die ich bin und es ist total ok. Ich fühle mich befreit von der Last des Schiebens. Ohne den Gedanken ist das Bad plötzlich einfach nur noch das was es ist. Ein Bad. Ohne den Gedanken wird es fast ein bisschen lustig, was ich mit meiner Geschichte daraus gemacht habe. “Das anstrengende Bad” (Drama in drei Akten) - oder so ähnlich.

Kehre den Gedanken um.

Ursprungsgedanke: Es (Das Bad putzen) ist anstrengend für mich.

  1. Die Umkehrung zu mir: Ich bin anstrengend für mich. Mein Denken ist anstrengend für mich. Oder auch: Ich bin angestrengt von mir..

    • Ja das stimmt. Es ist wahr. Ich bin anstrengend für mich selbst. Mein Denken über das Bad ist es, was die Anstrengung verursacht, nicht das Putzen (das ich ja im Augenblick auch gar nicht mache…) Dadurch fühle ich mich angestrengt, nicht durch das Putzen selbst.

    • Ich bin anstrengend, weil ich mich in Gedanken in der Zukunft aufhalte, in Gedanken dort schon das Bad putze und davon jetzt in der Gegenwart, in der ich einfach nur hier sitze und darüber nachdenke, angestrengt bin. (Mir fällt auf, wie absurd das ist, eigentlich sogar lustig).

    • Es ist auch anstrengend für mich, weil ich die Zeit, die ich jetzt gerade habe, dafür nutze, um mir anstrengende Gedanken zu machen statt sie einfach zu genießen. Ich brauche ja nicht anzufangen das Bad (in Gedanken) zu putzen bevor ich es in Realität tue.

  2. Die Umkehrung zum anderen: Ich bin anstrengend für das Bad-putzen.

    • Das Bad und das Putzen ist einfach was es ist. Der Raum kümmert sich nicht um mich, es steht mir zur Verfügung, ich kann mich dort um mich sorgen, mich waschen, pflegen, gute Sachen riechen (meine Parfums stehen im Bad ,-)). Auch das Putzen ist einfach was es ist. Ich bin anstrengend für das Bad und das Putzen, indem ich darüber eine schwierige Geschichte erzähle. In dem Moment, in dem ich gestresst bin, unterschlage ich die schönen und angenehmen Seiten des Bades und des Putzens (es wird sauber, sieht gut aus, ist hygienisch) (Natürlich ist die Bezeichnung, dass ich dadurch anstrengend für das Bad bzw. das Putzen bin etwas weit hergeholt aber es ist mir durch diese Umkehrung möglich, diesen Aspekt der Geschichte zu erkennen, deshalb macht sie für mich Sinn.)

  3. Die Umkehrung ins Gegenteil: Es (das Bad Putzen) ist nicht anstrengend für mich.

    • In dem Moment, in dem ich darüber nachdenke, ist es nicht anstrengend. Es ist gar nicht da, ich putze (noch) nicht, niemand beschwert sich darüber, das Bad lässt mich in Ruhe.

    • Wenn ich mir vorstelle, wie ich putze ohne den Gedanken, dann ist es auch nicht anstrengend. Es ist einfach was es ist. Ein Raum. Eine Hand. Ein Lappen. Putzmittel. Wasser. Es bekommt etwas meditatives. Ich nehme wahr. Ich bewege mich. End of Story.

    • Das Putzen selbst ist ohne den Gedanken gar nicht anstrengend. Ich bemerke, dass es tatsächlich nur der Gedanke ist, der es für mich anstrengend macht. Faszinierend.

    Falls es euch interessiert: Ich habe das Bad danach entspannt nicht geputzt. Habe nämlich zusätzlich gerade ein bisschen Nacken/Rücken und finde, dass mein Körper im Augenblick Ruhe und Dehnübungen braucht. Ich freue mich aber jetzt schon darauf, das Bad zu putzen. 😉

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Melanie Weber Melanie Weber

(Corona) Blues

Wenn die Gefühle überhand nehmen und so vielfältig sind, dass sie miteinander verschwimmen, ist es manchmal schwer, einen Gedanken zu finden, der sich mit den Fragen von The Work überprüfen lässt. In diesem Fall kann es eine Hilfe sein, deine Gefühle einfach unstrukturiert aufzuschreiben und dich dann zu fragen, welchen Gedanken du glauben müsstest, um dich so zu fühlen, wie du es gerade tust.

Nach Wochen des Lockdowns stellt sich eine gewisse Gleichgültigkeit, ein Gewöhnungsprozess ein. Die Tage verlaufen mehr oder weniger gleich, es gibt nicht viel Abwechslung. Die Nachrichten wiederholen sich oder verschwimmen zu einem Einheitsbrei. Vielleicht hast du keine Lust mehr darauf. Die Diskussionen in der Politik und den sozialen Netzwerken verfolgst du schon gar nicht mehr. Und wenn dich doch etwas davon erreicht, regst du dich entweder darüber auf oder tust es als unreifes Gehabe ab. Du hast den Überblick verloren, falls überhaupt mal jemand jemals welchen hatte. Der Wunsch, dass das Ganze endlich ein Ende hat, ist da. Was genau ein Ende haben soll, ist dir allerdings nicht klar. Vielleicht ist es auch nur der Winter? Die dunkle Jahreszeit?

Wenn die Gefühle überhand nehmen und so vielfältig sind, dass sie miteinander verschwimmen, ist es manchmal schwer, einen Gedanken zu finden, der sich mit den Fragen von The Work überprüfen lässt. In diesem Fall kann es eine Hilfe sein, deine Gefühle einfach unstrukturiert aufzuschreiben und dich dann zu fragen, welchen Gedanken du glauben müsstest, um dich so zu fühlen, wie du es gerade tust.

In meinem Beispiel sind das Gedanken wie:

Es ist immer das gleiche.

Es hört nie auf.

Das Leben ist ein Einheitsbrei geworden.

Ich brauche wieder Überblick.

Ich will, dass der Lockdown ein Ende hat.

Davon nimmst du dir den Gedanken, der dich in deinem Moment am meisten belastet und überprüfst ihn. Denke daran: Es geht nicht darum, mit The Work ein unangenehmes Gefühl weg zu machen. Es geht darum, die Wahrheit über eine Situation oder Person zu entdecken. Diese ist es, die dich frei macht.

Es ist ein Abenteuer, deine Gedanken “nur” der ersten Frage zu unterziehen. Ist das wahr?

Sitze darin. Sitze in deinem Gedanken und der Frage.

Vielleicht entdeckst du, dass du dich in einem Film, oder wie Katie sagt, in einem Traum befindest. Einem Traum aus Gedanken, Bildern und Zeit. Vielleicht entdeckst du in deiner Antwort die Wahrheit, die dich in den Moment führt. Du wachst förmlich auf. In dein Leben hinein, deinen Körper, deine Angelegenheiten, deine Kraft.

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Melanie Weber Melanie Weber

Ich bin zu dick

Besonders um die Jahreswende herum werden die Spampostfächer geflutet mit Emails, in denen es ums Abnehmen geht. Die sozialen Netzwerke versorgen uns mit den passenden Bildern und Erfolgsgeschichten und der ein oder die andere wird beim Blick in den Spiegel traurig. Manch einer beginnt eine Diät “Dieses Mal klappt es!” , fängt ein neues Sportprogramm an oder kauft sich ein entsprechendes Fitnessgerät oder Outfit. Und zu allem Übel fängt dann auch noch im Februar die (wievielte?) Staffel von Germanys Next Topmodel an, in der wir weiter getriggert werden mit schönen, hauptsächlich sehr schlanken Menschen.

Auch mich befallen die dazu passenden Gedanken. “Ich bin zu dick. Ich sehe nicht schön aus. Mir passen keine schönen Sachen. Ich bin unsportlich. Es ist ungesund. Ich fühle mich nicht wohl mit/in mir selbst.”

Besonders um die Jahreswende herum werden die Spampostfächer geflutet mit Emails, in denen es ums Abnehmen geht. Die sozialen Netzwerke versorgen uns mit den passenden Bildern und Erfolgsgeschichten und der ein oder die andere wird beim Blick in den Spiegel traurig. Manch einer beginnt eine Diät “Dieses Mal klappt es!” , fängt ein neues Sportprogramm an oder kauft sich ein entsprechendes Fitnessgerät oder Outfit. Und zu allem Übel fängt dann auch noch im Februar die (wievielte?) Staffel von Germanys Next Topmodel an, in der wir weiter getriggert werden mit schönen, hauptsächlich sehr schlanken Menschen.

Auch mich befallen die dazu passenden Gedanken. “Ich bin zu dick. Ich sehe nicht schön aus. Mir passen keine schönen Sachen. Ich bin unsportlich. Es ist ungesund. Ich fühle mich nicht wohl mit/in mir selbst.”

Doch: Wo ist eigentlich genau das Problem?

Wo ist das Problem daran, dass ich zu dick bin? Was denke ich? Was bedeutet das genau? Und warum ist das ein Problem für mich?

Nach einigem Nachdenken und -spüren finde ich diese Bedeutung/Erklärung: Ich fühle mich nicht wohl.

Ich möchte mit den Fragen von The Work überprüfen, ob das stimmt. Ob es stimmt, dass ich mich nicht wohl fühle, weil ich zu dick bin. Begleite mich gerne bei dieser Überprüfung.

Denke daran, dass The Work eine Mediation, eine Betrachtung ist. Es geht nicht darum, den Satz mit dem Intellekt zu überprüfen. Geh in dich und warte, höre was auftaucht.

Überzeugung:

Ich fühle mich nicht wohl (weil ich zu dick bin, nicht schlank genug bin, unsportlich bin…)

  1. Ist das wahr? Ja

  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

    Wenn ich etwas in der Frage sitze und sie auf mich wirken lasse, bemerke ich, dass ich es nicht genau wissen kann, woher mein “nicht wohl - Gefühl” kommt. Ich denke, es hängt mit meinem Gewicht oder meinen Körperformen zusammen, ich bin da aber nicht mehr so ganz sicher. Deshalb lautet meine Antwort auf die Frage: Nein.

  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du den Gedanken glaubst?

    Ich fühle mich schlecht, extrem traurig, depressiv. Ich kann mich nicht mehr wohlfühlen, egal was passiert oder auch nicht passiert. Meine Aufmerksamkeit ist komplett auf meinen Körper, auf seine Äußerlichkeiten gerichtet, trotzdem fühle mich mich von ihm getrennt. Ich kritisiere meinen Körper, mäkele an ihm herum, verurteile ihn. Bin unbarmherzig und scharf. Auf der anderen Seite fange ich an zu argumentieren in mir. Bringe gute Argumente dafür, wie wichtig es ist, dass ich mich so annehme wie ich bin, erinnere mich daran, dass ich das glaube und gut finde. Dann schießen weitere Argumente ein: wie wichtig es für meine Gesundheit ist abzunehmen, dünner zu sein. Ich erinnere mich daran, wie oft ich diese Gedanken schon hatte, wie viel ich ausprobiert habe und wie erfolglos ich langfristig damit war. Ich fühle mich als Sklave meines Körpers und verdamme gleichzeitig das Gesundheits- und Schönheitsideal unserer Gesellschaft. Ich richte den Blick auf einzelne Körperteile. Mein Bauch, meine Oberschenkel fühlen sich doppelt so dick an wie sonst. Ich kann meinem Spiegelbild nicht mehr glauben. Ich sehe nicht gerne in den Spiegel. Ich habe Angst auf die Waage zu steigen. Ich schäme mich, dass ich, eine erwachsene, kluge und lebenserfahrene Frau diesen Gedanken habe. Ich vernachlässige mich, ziehe mich nicht mehr schön an (weil ich den Gedanken glaube: “es passt eh nichts richtig”), ich schminke mich nicht.

    Dann kommen Gedanken hinzu wie: Jetzt wo Corona ist und Lockdown wird alles eh noch schlimmer. Ich bewege mich nicht genug, ich kann nicht, darf ja auch gar nicht. Mir fehlt die Bewegung, die ich sonst auf der Arbeit bekomme. Ich sitze nur zuhause und esse.

    Ich denke über Strategien nach, wie ich dem Zustand entkommen könnte. Andere Kleidung, die mich besser aussehen lässt, Sportprogramme. Nur noch bewusst essen. Ich esse in meiner Vorstellung bereits meine nächste Mahlzeit. Besser als je, weniger ohnehin, schöner angerichtet. Ich sehe mich bewusst essen, genussvoll, stilvoll. Ich setze mich innerlich unter Druck, um es genau so zu erreichen, wie es meiner Vorstellung entspricht.

    Auf keinen Fall mehr Zwischenmahlzeiten essen. Meine Gedanken sind in der noch nicht existierenden Zukunft, in der ich alles besser mache. Und dann am Ende endlich Erfolg habe und mich wohl fühle.

    Ich habe Angst den Gedanken loszulassen, weil ich denke er schützt mich davor, noch dicker zu werden. Wenn ich mich wohlfühlen würde in meinem Körper, in mir, dann hätte ich ja gar keinen Grund mehr abzunehmen und schöner auszusehen. Ich kann nicht sehen, dass dieser Gedanke widersinnig ist und mich genau ins Gegenteil führt. In Stress, Ablehnung, Verdammnis, Hoffnungslosigkeit. Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich mich wohl gefühlt habe und bringe sie automatisch mit meinem damaligen Körpergewicht bzw. Aussehen in Verbindung. Wohl fühlen gibt es nur in der Vergangenheit oder der Zukunft aber nicht jetzt, wenn ich den Gedanken “ich fühle mich nicht wohl, weil…” glaube.

    Wenn ich den Gedanken glaube ist es mir unmöglich mit mir selbst Verbindung aufzunehmen, den Moment wahrzunehmen, den Stuhle auf dem ich sitze. Meinen Atem. Meinen Körper. Einfach nur wahrzunehmen, ohne Urteil. Es ist mir unmöglich für mich dankbar zu sein, dafür, dass ich genug zu essen habe, dass ich mich bewegen kann, dass ich mich fühlen kann. Es ist mir unmöglich nicht neidisch zu sein auf andere, die den von mir so begehrten Zustand scheinbar erreicht haben. Es ist mir unmöglich, einfach nur bei mir zu sein.

  4. Wer wärest du ohne den Gedanken?

    Ohne den Gedanken nehme ich mich plötzlich wahr, nehme ich Verbindung auf mit meinem Körper. Ich bin im Hier und Jetzt, im Kontakt mit mir. Ich nehme wahr, dass es nur das “ich” von mir gibt, das ich jetzt habe. Nicht das aus der erinnerten Vergangenheit und nicht das aus der vorgestellten Zukunft.

    Ich bemerke, wie ich freundlicher mit meinem Körper bin, dankbarer. Wie ich mich darüber freue, dass wir miteinander verbunden sind. Wie treu er mir dient obwohl ich ihn so unter Druck setze. Ich fühle tiefe Dankbarkeit und Liebe zu meinem Körper und mir selbst, je länger ich darin sitze und mich ohne den Gedanken “Ich fühle mich nicht wohl, weil ich ….” betrachte. Ich bekomme Lust spazieren zu gehen, zu atmen, zu duschen oder zu baden. Mir etwas Gutes zu tun. Wenn ich ohne den Gedanken bin, spielt Essen und das was ich esse nicht so eine große Rolle. Ich esse oder ich esse nicht. Fertig. Ich habe keine Angst mehr vor der Zukunft. Ich bin im Moment und ich fühle mich tatsächlich wohl. Zufrieden. Es ist was ist. Und es ist ok. Ich komme klar damit. Ohne den Gedanken habe ich keine überzogenen Vorstellungen mehr von mir, vergleiche mich nicht mit anderen sondern nehme wahr, dass jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat (auch die von mir so bewunderten Menschen). Und das ich gar nicht mit ihnen tauschen möchte (selbst wenn ich es könnte). Ohne den Gedanken finde ich mich ok. Wohltuend, realistisch ok.

Kehre den Gedanken um.

Umkehrung 1: Ich bin zu dick, weil ich mich nicht wohl fühle.

Puh. Ja das könnte tatsächlich wahrer sein als mein Ursprungsgedanke. Sogar auf verschiedenen Ebenen. Ich bin dick (das heißt ich habe Übergewicht) weil ich mehr esse, wenn ich mich nicht wohl fühle.

Oder auch: Ich bin dick ( in meiner Vorstellung bin ich dicker als ich in Realität bin) weil ich mich so stark darauf fokussiere wenn ich mich nicht wohl fühle. Ich nehme mich also als dicker wahr, wenn ich mich nicht wohl fühle (anscheinend ist nicht nur Zeit relativ, mit dem Dick sein, scheint es sich ebenso zu verhalten…)

Das Wort “zu” in “zu dick” ist interessant. Dick scheint gar nicht das größte Problem zu sein. Eher das “zu” dick. Da wird die Relativität des Ganzen nochmal sehr deutlich für mich.

Umkehrung 2: Ich fühle mich wohl, weil ich zu dick bin.

Diese Umkehrung bereitet mir Schwierigkeiten. Wie kann das Gegenteil von dem wahr sein, was ich ursprünglich glaube? Wie kann ich mich genau damit wohlfühlen, was ich ablehne und worunter ich leide?

Ich sitze etwas mit dieser Umkehrung…

Etwas fällt mir jetzt doch ein. Der Gedanke ist mir sehr vertraut, ich kenne ihn, teile ihn mit vielen Menschen. Die Zuverlässigkeit, mit der er wieder kommt (obwohl ich ihn überwunden glaubte), ist interessant. Ich mag den Gedanken zwar nicht, merke aber, dass die Gewohnheit doch einen gewissen Wohlfühlcharakter hat. Einfach, weil ich mich auskenne, es ist vertraut, die Umgebung kenne ich, da war ich schon. Selbst wenn sie mir nicht gefällt. Ich kenne mich irgendwie aus. Zusätzlich verbindet er mich mit Menschen, die ihn auch kennen.

Ich fühle mich wohl, weil ich zu dick bin. Den Gedanken zu denken gibt mir eine Art Freibrief. Mich einfach wohl zu fühlen. Weil ich jetzt bin wie ich bin. Weil ich mich, wenn ich in diesem Moment bin, nicht gedanklich in der Vergangenheit oder Zukunft herumschwirre, tatsächlich wohl fühle. Und was hat das “zu dick” sein damit zu tun? Ohne die Überprüfung wäre ich nicht hier gelandet. Im Moment. Es gibt da also doch einen kausalen Zusammenhang.

Ich fühle mich wohl, weil ich zu dick bin. Wenn ich sehr tief in meine Motive und versteckten Winkel schaue und sehr ehrlich vor mir selbst bin, stelle ich fest, dass ich mich mit dem Zustand “zu dick” zu sein, wohl fühle. Weil ich gar nicht vorhabe, etwas zu ändern. Wenn ich es wirklich wollte, würde ich es einfach ändern. Das tue ich aber nicht. Also scheint es für mich ok zu sein. Mein schlechtes Gewissen, in Form des nicht wohl Fühlens, ist wie eine Entschuldigung dafür. Ich bin zu dick aber ich habe wenigstens ein schlechtes Gewissen deshalb.

Ich fühle mich wohl, weil ich durch das Essen (dicker werden etc.) Gefühle unterdrücken kann, die mir zu unangenehm sind. Gefühle, die auf Gedanken beruhen, die ich mal überprüfen könnte. Dabei sind es nur Gefühle. Ich werde ausprobieren, wie es ist, sie einfach zu fühlen.

Mir fällt nach dieser Überprüfung auf, wie widersinnig der Kausalzusammenhang zwischen Dick sein und wohlfühlen ist. Ich kenne Menschen, die sind nicht dick, fühlen sich aber auch immer mal wieder nicht wohl. Ich kenne auch Tage bei mir, an denen es plötzlich total anders ist. Das heißt, eben habe ich mich deshalb noch unwohl gefühlt und dann werde ich durch irgendwas schönes abgelenkt und es ist ganz anders. Ich erinnere mich selbst daran, dass die Überprüfung der Gedanken nicht dazu da ist, bestimmte Verhaltensweisen loszuwerden, oder Umstände zu ändern, die ich an mir oder anderen nicht mag. The Work führt mich dahin, das ganze Bild zu sehen. Eine größere Wahrheit, als die, die sich mir zeigt, wenn ich einen Gedanken glaube.

Mir geht es tatsächlich besser durch diesen Prozess. Wie geht es dir? Du kannst mir gerne in den Kommentaren schreiben oder mich für ein persönliches Coaching buchen.

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