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Schulische Prüfungen
Den Satz “Ich weiß nicht was ich machen soll” hat wohl jeder Mensch schon oft im Leben gedacht. Ich kenne ihn sehr gut aus den unterschiedlichsten Situationen. Darunter liegt die Überzeugung: Ich muss wissen was ich machen soll.
Als Beispielhafte Situation soll eine Unterrichtsstunde mit Unterrichtsbesuch dienen, die während des Referendariates oder einer anderen schulischen Prüfungssituation (mündliche Prüfung oder Revision zum Beispiel) stattfindet. In der Prüfungssituation entsteht eine kritische Situation durch ein ungeplantes Ereignis. Dadurch kommt es zu einer Art Blackout, Erstarrung, Panik.
Den Satz “Ich weiß nicht was ich machen soll” hat wohl jeder Mensch schon oft im Leben gedacht. Ich kenne ihn sehr gut aus den unterschiedlichsten Situationen. Darunter liegt die Überzeugung: Ich muss wissen was ich machen soll.
Als Beispielhafte Situation soll eine Unterrichtsstunde mit Unterrichtsbesuch dienen, die während des Referendariates oder einer anderen schulischen Prüfungssituation (mündliche Prüfung oder Revision zum Beispiel) stattfindet. In der Prüfungssituation entsteht eine kritische Situation durch ein ungeplantes Ereignis. Dadurch kommt es zu einer Art Blackout, Erstarrung, Panik.
Ich muss wissen was ich machen soll.
Ist das wahr? Meine Antwort hierauf lautet Nein.
(Wenn deine Antwort darauf Ja lautet ist das auch ok. Die Antwort auf Frage 1 und 2 ist immer entweder ein Ja oder ein Nein. Denke daran, dass es nicht um eine analytische, intellektuelle Herangehensweise geht. Betrachte die Situation vor deinem inneren Auge (gerne auch mit geschlossenen Augen) und warte darauf, welches Wort auftaucht. Ein Ja oder ein Nein.)
Wenn die Antwort auf die 1. Frage Nein lautet geht man weiter zu Frage 3. Bei der Antwort Ja stellt man sich die 2. Frage: Kannst du absolut sicher wissen, dass das wahr ist?
Wie reagierst du und was passiert, wenn du den Gedanken glaubst?
Ich werde nervös, panisch. Mein Puls geht schneller, ich spüre mein Herz klopfen und habe das Gefühl, man müsse es durch mein Oberteil sehen können. Ich schwitze, mir wird schwarz vor Augen. Meine Gedanken drehen sich im Kreis. Ich versuche mich an das zu erinnern, was ich geplant und gelernt habe. Ich bin verunsichert von den Prüfer*innen. Fühle ihre Blicke. Ich bin blockiert, stehe auf der Stelle. Ich verliere den Faden, verliere den Kontakt zu den Schüler*innen und zu mir selbst. Ich bin getrennt von allem und wie eingefroren. Ich jongliere mich durch die Situation und hoffe, dass es nicht auffällt. Ich werde rot, spreche hektisch und undeutlich. Habe Angst vor den Konsequenzen. Ich denke an die letzten Male, als es mir auch so gegangen ist. Ich erinnere mich an die mündliche Abiturprüfung, die an mir vorbei gerauscht ist. Mir fallen die Dinge ein, die ich noch hätte sagen wollen, aber nicht mehr sagen konnte. Ich setze mich selbst unter Druck, versuche eine Vorstellung von dem zu produzieren, was ich machen soll. Ich behandle die Prüfer*innen wie wilde Tiere, ich bin vorsichtig ihnen gegenüber, versuche sie mit meinen Gedanken zu manipulieren. Ich versuche irgendwie zu erreichen, dass sie mir gewogen sind. Ich bereite mich exzessiv vor, plane jeden Gedanken, jede Minute. Lerne alles auswendig, werde unflexibel.
Wer wärest du ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken “Ich muss wissen was ich machen soll” wäre ich entspannter. Ich würde bemerken, dass ich gerade nicht weiß wie es weiter geht, dass ich den Faden verloren habe. Ich wäre gelassen, könnte kreativ mit der Situation umgehen ohne Vorstellungen von den Auswirkungen. Ich hätte Zugriff auf meine Ressourcen. Mein Lächeln. Meine Ehrlichkeit. Vielleicht könnte ich sagen: “Ich hab kurz den Faden verloren. Moment mal eben.” Ich hätte keine Angst. Wäre verbunden mit der Situation, mit mir, den Schüler*innen und Prüfer*innen. Ich merke, wie ich die Situation sogar etwas lustig finden kann. Wie ich gespannt darauf bin, wie ich sie meistere. Ich bin neugierig auf mich selbst. Offen.
Kehre den Gedanken um.
Ich muss nicht wissen, was ich machen soll.
Letztendlich muss ich es nicht vorher wissen. Wenn es passiert, passiert es. Ich brauche es nicht vorher wissen. Ich gehe damit um, wenn es passiert.
In der Prüfungssituation hindert mich sogar der Gedanke “Ich muss wissen, was ich machen soll” daran, entspannt zu reagieren weil ich mit der Analyse und den Gedanken über die Situation beschäftigt bin. Ich bin dadurch total angespannt und kann nicht frei und intuitiv reagieren, was erfahrungsgemäß eigentlich immer am besten ist. Ich muss es nicht wissen weil ich dann unvoreingenommen und frei handeln kann.
Ich muss es nicht wissen, weil ich nicht aus den Augen der Prüfer heraus mein Leben leben kann. Und das gilt auch für diese Situation. Ich muss wissen, was für mich jetzt das richtige ist und nicht was ich “soll”. Mit dem Wort soll bin ich in den Angelegenheiten der Prüfer. Ich versuche die Situation aus ihren Augen heraus, aus ihrem Kopf heraus zu betrachten, zu bewerten und gleichzeitig sogar noch zu handeln, dass sie mir wohlgesonnen sind. Ich habe aber in keiner Weise in dieser Situation einen Einfluss darauf. Ich muss nicht wissen, was ich in den Augen der Prüfer machen soll um so zu handeln und zu reagieren wie es für mich richtig ist.
Ich habe die Klasse...
…nicht im Griff.
Es gibt an meiner Schule großes Interesse daran, sich schulischen Problemen auf andere, konstruktive Art zu nähern als bisher. Deshalb haben wir eine Gruppe gegründet, die sich trifft, um belastende Alltagssituationen zu identifizieren und mit Hilfe von The Work zu überprüfen. Den Gedanken “Ich habe die Klasse nicht im Griff” haben wir gemeinsam überprüft.
“… nicht im Griff”
Es gibt an meiner Schule großes Interesse daran, sich schulischen Problemen auf andere, konstruktive Art zu nähern als bisher. Deshalb haben wir eine Gruppe gegründet, die sich trifft, um belastende Alltagssituationen zu identifizieren und mit Hilfe von The Work zu überprüfen. Den Gedanken “Ich habe die Klasse nicht im Griff” haben wir gemeinsam überprüft.
Ich habe die Klasse nicht im Griff.
Ist das wahr? Ja
Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Ja.
Wie reagierst du und was passiert, wenn du den Gedanken glaubst? Ich bin verzweifelt, total angespannt, habe Angst vor der Begegnung mit der Klasse. Erinnere mich an die letzten Situationen mit der Klasse, in denen ich mich hilflos und ausgeliefert gefühlt habe. Ich fühle mich als Opfer, befinde mich in einem Horrorfilm mit ungewissem Ausgang. Ich sehe wie in einem Film die SchülerInnen über Tische und Bänke gehen, höre Beleidigungen und sehe körperliche Auseinandersetzungen. Es ist laut. Sehr laut. Ich schäme mich und zweifle meine Befähigung als Lehrerin an. Ich vergleiche mich mit Kolleginnen, die es besser hinbekommen. Ich versuche, meine Unfähigkeit zu verstecken. Ich fühle mich unfähig. Ich baue innerlich eine Mauer auf um mich zu schützen, ich versteinere. Habe keinen Kontakt zu mir selbst oder zu den SchülerInnen. Ich behandle die SchülerInnen wie eine große Gefahr, die mein Leben bedroht. Ich sehne mich nach Hilfe, nach jemandem, der kommt, der mich in eine andere Klasse steckt oder mir hilft, die Situation zu bewältigen. Ich bin nicht in der Lage, die SchülerInnen als Gegenüber wahrzunehmen, mich zu entspannen und meinen Beruf nicht in Frage zu stellen. Ich denke darüber nach wie es wäre krank zu werden, oder aus dem Job auszusteigen. Fühle mich schlecht deshalb, habe ein schlechtes Gewissen und zweifle an mir. Mache mir Vorwürfe weil ich von mir erwarte, dass ich das hinbekomme.
Wer wärest du ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken bin ich im Moment. Nicht in einem Film. Die Situation ist erst einmal wie sie ist. Ich fühle mich wacher, etwas entspannter. Die SchülerInnen machen einfach was sie machen. Ich sehe sie nicht mehr als breite, unkontrollierbare Masse sondern als Individuen. Ohne den Gedanken kann ich sehen, dass es nicht alle SchülerInnen sind, die mir Probleme machen. Ich fühle mich verbundener mit ihnen. Sehe die wenigen Störenfriede und habe Mitgefühl und Verständnis mit ihnen. Ich habe keinen Anspruch mehr an mich, wie ich in der Situation handeln sollte. Habe keine Idee mehr davon, wie der Unterricht ablaufen sollte. Ich kann den SchülerInnen und mir selbst ohne Urteil begegnen. Daraus kann sich alles entwickeln. Das fühlt sich gut an. Frisch und neu. Ich spüre Neugierde. Ohne den Gedanken “Ich habe die Klasse nicht im Griff” schäme ich mich nicht. Kann ich offen über meinen Lehreralltag sprechen und die KollegInnen als Gegenüber sehen und mit ihnen in Verbindung sein. Ich muss mich nicht verstecken. Ich kann offen über meine schwierigen Situationen sprechen und merke, dass das anderen helfen kann.
Kehre den Gedanken um.
Ich habe mich (bzw. mein Denken) nicht im Griff.
Mein Denken macht was es will. Es spielt mir einen Film ab von eskalierenden Klassensituationen, SchülerInnen, die gegen mich sind und mich an den Rand der Verzweiflung bringen. Mein Denken macht das völlig ohne mein Zutun, es ist das was es selbst will. Sich Geschichten erzählen. Ich will etwas ganz anderes. Ich will im Moment sein und wahrnehmen, dass ich o.k. bin.
Ich kann mein Denken auch gar nicht im Griff haben. Ich habe es nicht im Griff, weil es nicht möglich ist das eigene Denken im Griff zu haben. Ich kann ihm zuhören bzw. sehen und die Gedanken mit den Fragen von The Work überprüfen. Im Griff haben kann ich es nicht.
Ich habe mein Denken und die daraus entstehenden Gefühle nicht im Griff. Es ist wie im Kino. Ich sehe einen rührseligen Film und fange an zu weinen. Oder einen anderen Film und ich lache. Ich habe weder das Denken, noch die Gefühle im Griff.
Die Klasse hat mich nicht im Griff.
Ich habe den Schlüssel. 😉
Ich kann denken und fühlen was ich in dem Moment denke und fühle. Darauf hat die Klasse keinen Einfluss. Das ist meine eigene Angelegenheit, die die Klasse nicht im Griff hat.
Ich bin letztendlich unabhängig von der Klasse, von dem was sie im Augenblick tut oder nicht tut. Ich bin die Lehrerin, sie die Klasse. Egal wie die Umstände vielleicht aussehen mögen oder welche Geschichte ich aus den Umständen herauslese.
Ich kann auf Durchzug stellen und die Situation über mich ergehen lassen, ich kann auch total überraschend reagieren. Mit irgendetwas, was die SchülerInnen nicht erwarten. Diese Freiheit habe ich. Damit hat die Klasse mich nicht im Griff.
Die Zahlen steigen
Es ist November 2020. Nach einem Sommer in relativer Unbeschwertheit angesichts der weltweiten Situation steigen die Coronazahlen stark an. Die meisten (Groß)Städte in Deutschland überschreiten die Grenzwerte und werden zum Risikogebiet.
Es ist November 2020. Nach einem Sommer in relativer Unbeschwertheit angesichts der weltweiten Situation steigen die Coronazahlen stark an. Die meisten (Groß)Städte in Deutschland überschreiten die Grenzwerte und werden zum Risikogebiet.
Die Zahlen steigen.
Ist das wahr? Ja
Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Hier taucht bei mir der Gedanke auf, dass ich die Zahlen ja nicht selbst erhebe, es also nicht absolut sicher wissen kann, daher lautet meine Antwort auf diese Frage “Nein”. Ein “Ja” wäre hier aber genauso möglich. Gib die Antwort, die sich für dich wahr anfühlt, wenn du die Frage auf dich wirken lässt und darauf wartest, welche Antwort auftaucht.
Wie reagierst du, was passiert, wenn du den Gedanken glaubst? Ich bekomme Angst, sehe Einschränkungen auf uns alle zukommen. Sehe die Wirtschaft einknicken, sehe die Gesellschaft am Rande eines Kollaps. Ich bekomme Angst um mich und die Menschen, die ich liebe. Gehe nicht mehr raus und vermeide Unternehmungen. Ich mache mir Sorgen um alles. Fühle Anspannung im Brustbereich meines Körpers, der Hals wird eng, ich atme gepresst. Ich erinnere mich an Berichte, die ich gelesen habe. Berichte über Erkrankte und mögliche Spätfolgen. Ich sehne mich zurück nach der Zeit vor Corona, will in eine Zukunft, in der “alles wieder gut” wird.
Wer wärest du ohne den Gedanken? Ohne den Gedanken bin ich entspannter. Ich mache mir um Zahlen keine Gedanken, sehe mein direktes Umfeld, nehme den Stuhl wahr auf dem ich sitze, atme. Ich bin dankbar, dass es mir jetzt gerade gut geht. Ich koche mir einen Tee. Mir wird bewusst, dass sich viele Menschen für andere einsetzen um zu helfen. Fühle mich verbunden und dankbar dafür. Bin so dankbar in unserer Gesellschaft zu leben und erfüllt von vielen Beispielen selbstloser Fürsorge, die ich gelesen habe und auch persönlich kenne. Bin dankbar für viele Menschen, die ich kenne, die sich weigern, sich von der Situation unterkriegen zu lassen. Menschen, die Dankbarkeit und Liebe leben und sich nicht beeindrucken lassen von den äußeren Umständen. Ohne den Gedanken merke ich, dass ich diese Kraft auch habe. Dass ich Freude und Inspiration für mich und andere bin. Je länger ich ohne den Gedanken bin, desto mehr erfasst mich eine Art Dankbarkeitsflash. Mir steigen Tränen in die Augen.
Kehre den Gedanken um:
Meine Gedanken (über die Zahlen) steigen.
Was könnte das bedeuten? Meine Gedanken steigen…(Wenn sich nicht automatisch ein Beispiel für eine Umkehrung findet, ist es möglich, den Satz etwas großzügiger zu interpretieren und zu schauen, ob sich ein Beispiel findet, dass sich für dich wahr anfühlt.)
Für mich bietet sich die Bedeutung “einsteigen” an. Meine Gedanken steigen (ein). Sie steigen ein in die Berichterstattung, in die Sorge, die Zukunftsvorstellungen, die wie ein Film vor mir ablaufen.
Ich sehe vor mir (in meiner Vorstellung) eine Tabelle mit steigenden Zahlen, wenn ich diesen Satz höre. Im übertragenen Sinn sind es meine Gedanken, die steigen. Jetzt hier in der aktuellen Situation habe ich diese Zahlen ja nicht vor mir. Ich stelle sie mir vor. Sie sind der Film, der in meinen Gedanken abläuft. Der Film, der mich aus meiner Realität wirft. Die Realität ist: Laptop, Text, Küchentisch, Tee, Sitzen, Atmen. So einfach und so gut.
Meine Gedanken steigen (aus). Sie steigern aus der Realität aus. Realität meint hier, meinen gegenwärtigen Moment. Meine Gedanken drehen sich um die Zahlen, es gibt nur noch steigen, kein Fallen, kein Blick auf andere Wahrheiten oder Realitäten als steigende Zahlen.
Die Zahlen steigen nicht.
Zahlen können nicht steigen. Sie sind einfach Zahlen. Wohin sollten sie steigen? Steigen entsteht durch einen Vergleich. Die Zahlen sind erstmal nur das, was sie sind.
Die Zahlen fallen.
Die Zahlen der noch Gesunden, nicht an Corona erkrankten, fallen.
Die Zahlen fallen auf. Sie fallen auf, weil es einen gesetzten Grenzwert gibt, der jetzt überschritten ist.
Die Zahlen fallen in Gesprächen. Sie werden genannt, ich nenne sie häufiger als ich das im Sommer getan habe.
Ich kann nicht so richtig erklären warum aber durch diese Work habe ich mehr Ruhe über die aktuelle Situation und die Berichterstattung darüber.
Mein Geld ...
…wird weniger, wenn ich es ausgebe
Diesen Gedanken hatte ich und habe ihn überprüft, als viele Ausgaben bei mir anstanden und ich dadurch Stress bekam. Ich hatte die bildliche Vorstellung meines Portemonnaies, wie es immer leerer wurde. Man könnte denken, dass es sich bei dem Gedanken um eine Tatsache handelt und es nichts zu überprüfen gibt. Es hat mich aber gereizt, diesen Gedanken mit den Fragen von The Work zu prüfen. Vielleicht gibt es auch für dich dabei eine Überraschung. Das Ergebnis dieser Überprüfung war ein großer Friede, den ich über die anstehenden Ausgaben seitdem empfinde, ich habe keine Angst mehr davor, dass mein Geld weniger wird.
…wird weniger, wenn ich es ausgebe
Diesen Gedanken hatte ich und habe ihn überprüft, als viele Ausgaben bei mir anstanden und ich dadurch Stress bekam. Ich hatte die bildliche Vorstellung meines Portemonnaies, wie es immer leerer wurde. Man könnte denken, dass es sich bei dem Gedanken um eine Tatsache handelt und es nichts zu überprüfen gibt. Es hat mich aber gereizt, diesen Gedanken mit den Fragen von The Work zu prüfen. Vielleicht gibt es auch für dich dabei eine Überraschung. Das Ergebnis dieser Überprüfung war ein großer Friede, den ich über die anstehenden Ausgaben seitdem empfinde, ich habe keine Angst mehr davor, dass mein Geld weniger wird.
Mein Geld wird weniger, wenn ich es ausgebe.
Ist das wahr? Ja
Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Ja
Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst? Ich sehe ein leeres Portemonnaie vor mir. Habe ein schlechtes Gewissen, das Gefühl mich für die Ausgaben verantworten zu müssen. Ich sehe, wie mir das Geld zwischen den Fingern zerrinnt. Ich habe ein unsicheres Gefühl, der Hals wird eng. Ich bekomme Angst. Mir fallen 100 Sachen ein, für die ich auch Geld ausgeben müsste, die ich eigentlich unbedingt anschaffen wollte. Kleine und große, günstige und teure Sachen. Ich brauche unbedingt einen Wintermantel. Mir fallen Dinge ein, die ich gerne hätte, mir aber verkneifen muss. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Geld ausgebe und bin total im “weniger” bzw. “Mangel” Denken und Fühlen. Ich denke zurück und würde gerne einige Ausgaben ungeschehen machen. Ich verurteile mich für meine Unfähigkeit, klug mit Geld umzugehen. Ich beneide Menschen, die sich keine Gedanken darüber machen müssen. Ich bin nicht in der Lage, unbeschwert und dankbar zu sein. Der Gedanke ist ein kläglicher Versuch, das Ausgeben oder den Fluss des Geldes, aus meinem Geldbeutel heraus, zu kontrollieren. Ich bin in der Zukunft bei der Vorstellung “Das Geld ist weg” angekommen, obwohl es noch da ist. Ich stelle mir vor wie es weniger und weniger wird und irgendwann halt weg ist. Und ich bin Schuld daran, weil ich es ausgegeben habe. Ich behandle das Geld als etwas was mich verlässt, weil ich mich falsch verhalte.
Wer wärest du ohne den Gedanken? Ich wäre entspannter, freier und unbeschwerter. Ich wäre im jetzigen Moment zuhause. Der, der gerade ist. Ich wäre ohne Schuldgefühle, würde mir keine Gedanken machen über Geld ausgeben. Fröhlich. Ich wäre verbunden mit dem Geld. Wir wären “Befreundet”. Das Geld kommt, wenn es kommt. Es geht, wenn es geht. Ich versuche nicht, es zu manipulieren. Ohne den Gedanken ist das Geld trotzdem bei mir, selbst wenn ich es ausgebe.
Kommentar: Möglicherweise wirken diese Gedanken fremd auf dich. Du denkst vielleicht: Das sind schöne Gedanken, sie können aber nicht ändern, dass das Geld weg ist, wenn ich es ausgebe. Diese Antworten, die bei der Überprüfung mit The Work “Auftauchen”, sind nicht das Ergebnis einer Analyse sondern entspringen einer anderen, einer intuitiven Quelle. Solange sie sich für dich persönlich “wahr” anfühlen, du mit ihnen in innere Resonanz gehst, dienen sie dir. Wenn dir meine Antworten nicht in diesem Sinne dienen, mach dich auf die Reise und entdecke deine eigenen Antworten auf diese Fragen.
Kehre den Gedanken um:
Erläuterung: Sätze in Ich Form oder Sätze, in denen Konzepte überprüft werden, können zu “Mein Denken” umgekehrt werden.
Mein Denken (über Geld) wird weniger, wenn ich es ausgebe.
wenn ich mein Denken (über Geld) ausspreche oder aufschreibe ist das eine Form des Ausgebens für mich. Beim Überprüfen werden die Stressanteile des Denkens darüber weniger.
ein anderes Beispiel fällt mir hier nicht ein
Geld wird mehr, wenn ich es ausgebe.
in meinem Denken nimmt es einen größeren Raum ein
es kommt in Umlauf (das Geld im Umlauf wird mehr)
wenn ich es in Relation zu gespartem betrachte (z. B. bei einem Angebot) wird es in meiner Bewertung mehr
Geld wird weniger wenn ich es einnehme.
ich nehme es dem Umlauf weg und halte es fest
wenn ich es “einnehme”, mir einverleibe wie eine Medizin, wird es weniger, weil ich es verbrauche
Vielleicht fallen Dir noch weitere Beispiele oder Umkehrungen ein. Du kannst sie gerne in den Kommentaren teilen.
Alleine kümmern
Die Situation: Du bist alleinerziehend mit einem oder mehr Kindern. Vielleicht wird deine Situation erschwert durch die Schul- und Kitaschließungen, vielleicht kennst du den Gedanken aber auch aus anderen Situationen. Begleite mich gerne durch diese Work. Vielleicht kennst du meine Antworten von dir selbst, vielleicht findest du für dich selbst noch mehr Antworten.
Die Situation: Du bist alleinerziehend mit einem oder mehr Kindern. Vielleicht wird deine Situation erschwert durch die Schul- und Kitaschließungen, vielleicht kennst du den Gedanken aber auch aus anderen Situationen. Begleite mich gerne durch diese Work. Vielleicht kennst du meine Antworten von dir selbst, vielleicht findest du für dich selbst noch mehr Antworten. Ich bin nicht alleinerziehend, kenne den Gedanken aber trotzdem aus anderen Situationen, in denen ich mich sehr alleine mit meinen kleinen Kinder gefühlt habe. Ich erinnere mich an eine ganz konkrete Situation, an einem Abend nach einem anstrengenden Tag mit den Kindern. Mein Mann war schon seit längerem auf Geschäftsreise und nicht erreichbar. Ich bin gespannt, wohin die Überprüfung uns führt. Man kann sich vorher nie sicher sein. Ich habe dabei schon oft Überraschungen erlebt. Vergiss nicht, dass “The Work” keine intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Thema ist. “The Work” benötigt einen ruhigen, betrachtenden, meditativen Zustand, in dem die Antworten auftauchen können.
Ich muss mich um alles alleine kümmern.
Ist das wahr? Ja
Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass der Gedanke wahr ist? Nein (vielleicht ist deine Antwort hier Ja, auch das ist ok)
Wie reagierst du und was passiert, wenn du den Gedanken glaubst? Ich werde wütend, traurig, mutlos. Ich fühle mich überfordert, hilflos. Ich sehe mich zusammenbrechen in der Zukunft. Hin und Hergerissen zwischen dem Gefühl, einfach alles hinzuschmeissen und mich auf der anderen Seite auch um meine Kinder kümmern zu müssen/wollen. Ich sitze zwischen den Stühlen. Ich sehne die Zeit herbei, in der es nicht mehr so ist. Ich versuche andere mit in die Verantwortung zu nehmen (Familienmitglieder, Freunde, Erzieher, Lehrer). Ich bin angespannt, fühle einen Kloss im Hals, möchte am liebsten weinen und schreien, weiß aber, dass es nichts bringt, das führt mich in Verzweiflung. Dann reiße ich mich innerlich zusammen, erhöhe den Druck auf mich, rede mir gut zu, versuche das Positive in der Situation zu sehen. Ich schwanke zwischen der Dankbarkeit für meine Kinder, die ich ja habe (aber mehr im Kopf, ich fühle sie im Augenblick nicht) und der totalen Überforderung. Ich habe das Gefühl, dass meine eigenen Bedürfnisse nicht sein dürfen. Ich sehe so viele Dinge, die ich noch erledigen möchte oder muss. Ich vergleiche mich mit anderen Familien und bin neidisch.
Wer wäre ich in dem Moment ohne den Gedanken? Mir wäre bewusst, dass ich gerade nichts habe, worum ich mich kümmern muss. Ein Kind schreit, ja. Ich höre es, ich reagiere ohne dass ich mir stressvolle Gedanken über das Schreien oder mich selbst mache, oder ich reagiere nicht. Ich würde mir keine Gedanken machen über andere Dinge, die ich noch erledigen muss. Ich wäre im Moment. präsent und innerlich entspannter. Ich würde meine Kraft und meine Müdigkeit wahrnehmen, ohne mir eine stressvolle Geschichte darüber zu erzählen. Es wäre einfach alles so, wie es grade wäre. Ich merke, dass ich damit klarkomme. Dass ich alles habe, was ich im Moment brauche. Mir würde bewusst werden, dass die Kinder schon ganz schön viel alleine machen können. Zähneputzen zum Beispiel. Ich muss sie daran erinnern, aber putzen können sie selbst. Darum brauche ich mich nicht mehr kümmern.
Die Umkehrungen:
Ich muss mich um mich alleine kümmern.
(Es kann sein, dass für dich andere als die folgenden Beispiele mehr Sinn machen. Lass dich aber gerne von meinen Beispielen inspirieren)
Es ist in diesem Moment keiner da, der sich um mich kümmert. Ich muss mich alleine um mich kümmern, damit ich klarkomme. Damit ich gut mit mir umgehe.
Ich alleine weiß, was mir wirklich gut tut. Das kann niemand anderer wissen.
Weil es mir gut tut, mich um mich zu kümmern. Mich alleine um mich zu kümmern und es nicht von jemand anderem zu erwarten.
Ich muss mich nicht um alles alleine kümmern.
Die Kinder sind da. Ich kann sehen, dass sie sich auch schon um Dinge kümmern. Sie suchen ihr Kuscheltier, sie spielen, sie putzen die Zähne.
Im übertragenen Sinne habe ich mich selbst als meine Unterstützung. Ich bin nicht alleine, weil ich mir selbst Zuspruch und Ermutigung sein kann.
Ich muss mich nicht um A L L E S alleine kümmern. Ich habe Menschen, die Dinge für mich erledigen. Die sich auch kümmern. Meine Nachbarn zum Beispiel, die rechtzeitig den Müll rausstellen. Mir fallen aber auch noch andere Beispiele dazu ein.
Meine Kinder müssen sich um alles alleine kümmern.
Sie müssen sich darum kümmern, ihr Leben zu leben. Zu schreien, zu spielen, mich zu rufen. Das nimmt ihnen niemand ab, weil es, so klein sie sind, ihre eigene Angelegenheit ist. (Dieser Gedanke fühlt sich für mich gut an. Sie leben ihr eigenes Leben, das kann ich ihnen nicht abnehmen und das ist auch gut so).
Sie müssen sich um alles alleine kümmern, wenn ich damit beschäftigt bin, mich zu bemitleiden. Dann bin ich in meiner traurigen Geschichte unterwegs und nehme gar nichts von ihnen wahr.
Ein weiteres Beispiel fällt mir hierfür nicht ein…vielleicht findest du eines für dich. Manchmal macht es Sinn, länger in so einem Satz zu sitzen und ihn wirken zu lassen, weil er sich nicht sofort erschließt oder in mir auf Widerstand stößt. Wenn ich ihm (dem Satz) Raum gebe und ihn nicht von vornherein ablehne, habe ich schon oft erlebt, dass er mir eine befreiende Wahrheit schenkt, die mir Frieden gibt. Dass sich eine neue Sicht auf eine Situation entwickelt, weil ich bereit bin, sie nicht so eindimensional zu sehen, wie ich das zu Beginn der Work oft tue.
Coronaeltern
Heute habe ich den Hashtag #Coronaeltern auf Instagram gesehen. Es gibt so viele Familien, die durch die wochenlange Zeit in engster, häuslicher Nähe an ihre Grenzen kommen. Mütter, Väter, Alleinerziehende, Kinder, Großeltern…die Liste ist lang.
Ich finde in Social Media Kanälen und in meiner Nachbarschaft, sowie bei den Familien meiner Schüler*innen sehr viele Beispiele dafür, dass absolut großartig mit der jeweiligen Situation umgegangen wird, dass Kräfte und Liebe freigesetzt werden und gleichzeitig zumindest zeitweise große Hilflosigkeit und Frustration herrschen. Besonders der Gedanke “Ich brauche Zeit für mich” scheint viele Mütter, besonders die junger Kinder, zu belasten.
Heute habe ich den Hashtag #Coronaeltern auf Instagram gesehen. Es gibt so viele Familien, die durch die wochenlange Zeit in engster, häuslicher Nähe an ihre Grenzen kommen. Mütter, Väter, Alleinerziehende, Kinder, Großeltern…die Liste ist lang.
Ich finde in Social Media Kanälen und in meiner Nachbarschaft, sowie bei den Familien meiner Schüler*innen sehr viele Beispiele dafür, dass absolut großartig mit der jeweiligen Situation umgegangen wird, dass Kräfte und Liebe freigesetzt werden und gleichzeitig, zumindest zeitweise, große Hilflosigkeit und Frustration herrschen. Besonders der Gedanke “Ich brauche Zeit für mich” scheint viele Mütter, besonders die junger Kinder, zu belasten.
Wenn du jetzt stutzt und denkst oder schreist (innerlich oder äußerlich): NEIN es ist doch nicht der Gedanke, der mich belastet!! ES IST DER ZUSTAND!!! ist das nur zu verständlich. Halte trotzdem einen Moment inne und stell dir die gleiche Situation ohne den Gedanken vor. Nur für einen Moment. Du brauchst den Gedanken ja nicht aufgeben. Nur einen Moment visualisieren, wie die ganze Situation ohne den Gedanken “Ich brauche Zeit für mich” auf dich wirken würde.
Ich lade dich ein zur Befragung mit den Fragen von “The Work”. The Work ist ein meditativer Prozess, in dem belastende Gedanken und Situationen mit vier einfachen Fragen überprüft werden. Oft führt der Prozess zu größerer Ruhe und innerem Frieden, ohne dass sich an den äußeren Umständen etwas ändern muss.
Ich brauche Zeit für mich.
Ist das wahr? Ja
Kannst du absolut sicher wissen, dass das wahr ist? Nein. (auch ein Ja wäre hier völlig in Ordnung. Meine persönliche Antwort für diese Frage lautet aber nein)
Wie reagierst du und was passiert, wenn du den Gedanken glaubst? Ich werde nervös, wütend. Ich sehne mich nach Ruhe. Ich denke an Tage zurück, an denen alle weg waren und ich einfach mal 5 Minuten für mich alleine hatte. Ich bin frustriert, suche Schuldige. Bin wütend auf die Regierung, auf die Politiker, die mich alleine lassen. Ich fühle mich wie der Packesel der Nation. Fühle mich ungesehen, unwichtig, als Opfer. Ich fühle mich überfordert, an meinen Grenzen. Ich denke an andere Situationen in meinem Leben in denen ich mich schon früher so gefühlt habe. Ich denke in die Zukunft, male mir Horrorszenarien aus. Höre oder sehe Nachrichten und Prognosen und möchte nur noch, dass das alles endlich ein Ende hat. Ich bin wütend auf meine Kinder, die mich nicht in Ruhe lassen, sondern mich besonders fordern. Ich will, dass sie ruhig sind. Gleichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen, mache mir Vorwürfe, dass ich gerade jetzt für sie da sein müsste. Ich mache mir Sorgen um sie, um ihre Entwicklung. Ich träume mich in einen Tagtraum. Romantische Vorstellungen von Badewanne, Shopping, Blumen kaufen oder einfach Wäsche aufhängen ohne ein Kind am Bein.
Wer wärest du ohne den Gedanken? Ich wäre mehr hier. Im Moment. Ich würde meinen Körper spüren. Meinen Atem. Mir wäre klar, dass ich gerade einen kleinen Moment für mich habe. In meinen Gedanken. Selbst wenn ich zur gleichen Zeit ein Kind auf dem Arm trage. Ich wäre entspannter. Jetzt gerade hier in diesem einen Moment gibt es Entspannung. Ich freue mich über die Sonne.
Kehre den Gedanken um und finde für jede Umkehrung mindestens drei konkrete, echte Beispiele, die sich für dich richtig anfühlen. (Es geht nicht um positives Denken!! Es geht um deine Wahrheit. Solange sie sich nicht richtig anfühlt, ist es kein echtes Beispiel. Vielleicht passen meine Beispiele nicht für dich, dann mach dich auf die Suche nach eigenen.)
Ich brauche keine Zeit für mich.
Ich brauche sie nicht, weil sie nicht überlebenswichtig ist. Ich atme, ich habe Stoffwechsel, ich schlafe, ich esse, ich trinke.
Ich brauche sie nicht, weil ich immer mal wieder Phasen habe, in denen ich mich wohl fühle. Selbst wenn um mich der größte Trubel herrscht.
Ich brauche sie nicht, weil sie im Augenblick nicht so da ist, wie ich es mir vorstelle. Mir das Unmögliche zu wünschen tut mehr weh, als die Situation so anzunehmen, wie sie ist. (Das heißt natürlich nicht, dass ich sie nicht auch ändern kann, sobald ich die Möglichkeit dazu habe!)
Ich brauche sie nicht, weil ich schon oft erlebt habe, dass die herbeigesehnte Zeit für mich nicht so toll war, wie ich es mir vorgestellt habe.
Ich brauche Zeit für die Kinder.
Ich brauche Zeit für die Kinder, in der ich unbelastet von meinen Gedanken einfach nur mit ihnen zusammen sein kann.
Ich brauche Zeit für die Kinder, in der ich für ihre Zeit sorge, dass sie zur Ruhe kommen, dass sie Zeit mit sich selbst verbringen können.
Ich brauche Zeit für die Kinder, in der ich sie einfach wahrnehme. Wahrnehme ohne einzuschreiten, ohne mich unentbehrlich zu fühlen. Zeit, in der ich sie sehe, höre, ihre Haut rieche und mich von ihrem Sein im Moment bezaubern lasse.
Ich biete während der Coronakrise kostenlose Beratungen für Mütter und Väter via Zoom/Facetime (mit oder ohne Bild) an.
Coronavirus
Seit Wochen, Monaten gibt es kein anderes Thema. Die Welt ist von einem Virus befallen. Wenn ich diesen Gedanken mit “The Work” überprüfe, erhalte ich folgende Antworten.
Seit Wochen, Monaten gibt es kein anderes Thema. Die Welt ist von einem Virus befallen. Wenn ich diesen Gedanken mit “The Work” überprüfe, erhalte ich folgende Antworten.
Die Welt ist von einem Virus befallen.
Ist das wahr? Ja.
Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? Nein
Wie reagierst du und was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst? Ich verfolge die Medien, ich finde viele Beweise für den Satz. Wenn ich den Gedanken glaube, bekomme ich Angst. Ich sehe mich ausgeliefert, hilflos. Das Damoklesschwert hängt über mir und fällt irgendwann herunter, um mich zu töten. Ich sehe die Welt, die ich kenne, in Schutt und Asche. Alles was mir lieb war, funktioniert nicht mehr. Menschen sterben. Die Zukunft ist unklar, aber auf jeden Fall düster. Ich fühle mich den Politikern ausgeliefert, rebelliere innerlich gegen Ihre Anordnungen und hinterfrage ihre Richtigkeit. Ich misstraue den Medien und bin gleichzeitig abhängig von ihnen.
Wer wäre ich ohne den Gedanken? Ich wäre hier. Im Moment, ich wäre mir meiner direkten Umgebung bewusst. Ich würde merken, dass ich atme, dass es mir gut geht. Ich freue mich über die vielen Menschen, mit denen ich mich verbunden fühle. Ich fühle eine innere Stärke und erinnere mich an meine persönlichen Ressourcen.
Kehre den Gedanken um:
Die Welt ist nicht von einem Virus befallen.
Der Globus ist nach wie vor der, der er ist. Die Natur ist die die sie ist. Es gibt Menschen, die sind nicht vom Virus befallen.
Das Virus ist von der Welt befallen.
Das Virus tut das, was es tut. Es ist sein Job. Diesen Job macht es gut. Ich empfinde so etwas wie Respekt für das Virus. Es tut auch nur seine Arbeit und kann nichts dafür, dass wir das blöd finden. Das Virus kann sich nicht gegen die Berichterstattung wehren. Es kann nicht um Richtigstellung von wissenschaftlichen Details bitten, wenn wir möglicherweise etwas nicht in seinem Sinne interpretieren.
Meine Gedanken sind von einem Virus befallen.
Ja, meine Gedanken drehen sich um das Virus. Meine Gedanken sind von einem Angstvirus befallen. Einem Angstvirus, das mich den gegenwärtigen Moment vergessen lässt. Meine Gedanken sind anfällig für andere Gedanken, die sich verbreiten wollen. Ich übernehme sie ungeprüft und sie vermehren sich in mir, sogar soweit, dass ich andere damit anstecken kann.
Rund um Corona biete ich kostenlose Kurzcoachings (40 Min.) via Zoom an, solange es meine Zeit erlaubt. Sprich mich gerne an.
Der Sturm...
In der Nacht vom Sonntag 9. auf Montag, den 10. Februar wurde in ganz Deutschland ein großer Sturm angekündigt. Schulen wurden für den Montag vorsorglich geschlossen, über social Media und die Nachrichten stürmten den ganzen Tag Informationen über Windstärke, mögliche Schäden, Verlauf des Sturms und und und in die Gehirne. So auch in meins.
Erinnerungen an den letzten großen Sturm, Kyrill, der in unserem Garten eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hatte, wurden wach. Ich bekam Angst. Folgende Work hat mir weitergeholfen.
In der Nacht vom Sonntag 9. auf Montag, den 10. Februar, wurde in ganz Deutschland ein großer Sturm angekündigt. Schulen wurden für den Montag vorsorglich geschlossen, über Social Media und die Nachrichten stürmten den ganzen Tag Informationen über Windstärke, mögliche Schäden, Verlauf des Sturms und und und in die Gehirne. So auch in meins.
Erinnerungen an den letzten großen Sturm, Kyrill, der in unserem Garten eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hatte, wurden wach. Ich bekam Angst. Folgende Work hat mir weitergeholfen. (Die kursiv gedruckten Teile sind ein Teil der Antworten, die bei der Überprüfung in mir auftauchten)
Mein Gedanke war: Der Sturm macht bei uns etwas kaputt.
Ist das wahr? Ja
Kannst du dir absolut sicher sein, dass das wahr ist? Ja
Wie reagierst du und was passiert, wenn du den Gedanken glaubst? Ich bekomme Angst. Ich sehe Bilder aus der Vergangenheit, als etliche Bäume in unserem Garten lagen, die Fensterscheiben im Wohnzimmer sich nach innen bogen. Ich erinnere mich an die Angst um mich und meine Kinder. Ich erinnere mich daran, dass mein Mann in dieser Nacht nicht zuhause war. Ich stelle eine Verbindung her, weil er jetzt gerade auch nicht zuhause ist. Ich sehe mich im Geist am nächsten Tag ums Haus gehen und die Schäden suchen. Ich sehe mich in der Nacht im Bett liegen und Angst haben, dass ein Baum aufs Dach stürzt und mich oder meine Kinder unter sich begräbt. Ich tue mir leid. Ich bin wütend auf den Sturm , weil er da ist und auf meinen Mann, weil er nicht da ist. Ich fühle mich ausgeliefert, wie ein Kaninchen vor der Schlange. Ich warte. Ich bin nicht im Jetzt.
Wer wärest du ohne den Gedanken? Ich wäre mehr im Moment. Ich würde merken, dass ich den Sturm nicht fürchte. Mir wird bewusst, dass die Gedanken an das befürchtete Danach es sind, die mir Angst machen. Ich würde den Sturm nicht mehr als Gegner empfinden. Ich wäre neugierig. Ich würde dem Sturm zuhören. Ich würde hören was er zu sagen hat. Ich wäre entspannt. Ich wüsste, dass ich mit dem Danach umgehen könnte, wenn es erforderlich wird.
Kehre den Gedanken um:
Der Sturm macht bei uns nichts kaputt.
Kaputt ist meine Definition des befürchteten Zustandes. Es ist jedoch nicht der Zustand, den ich fürchte. Ich werde damit umgehen können. Mit den Dingen, wie sie sind. Jetzt oder irgendwann. Es sind meine Gedanken darüber, die den Stress hervorrufen. Meine Gedanken über das Danach. (“Gott, es wird alles kaputt sein, wie soll ich das schaffen es aufzuräumen, es wird teuer werden. Was ist wenn das Dach kaputt geht usw. usw.…”) Der Sturm macht die Dinge nicht kaputt. Er verändert sie vielleicht, oder auch nicht. Meine Gedanken sind es, die die Dinge kaputt machen (bzw. die dem kaputten Zustand den Schrecken und die Angst verleihen).
Der Sturm macht bei uns etwas heil.
Er macht in meinem Kopf etwas heil, weil ich mich damit auseinandersetze und meinen Gedanken überprüfe. Er hilft mir, mich durch die Überprüfung hindurch zu entspannen und ihn nicht mehr als Gegner und Feind zu empfinden. Er tut, was er tut. Es ist die Aufgabe eines Sturmes, genau das zu tun. Er macht das gut. Ich spüre fast so etwas wie Verbundenheit und Anerkennung für ihn.
Wir machen etwas bei dem Sturm kaputt.
Wir geben ihm ein falsches Image. Ein Image als Gefahr, als Feind, etwas, vor dem wir uns schützen müssen. Statt einfach zu tun, was wir tun (Dinge befestigen, wegräumen damit sie nicht wegfliegen…), bauschen wir alles um dieses Ereignis herum auf und machen mehr Wind als der Sturm.
Ein neues Jahr
Welche Gedanken verbindest du mit einem neuen Jahr?
Erwartungen, Ängste, Befürchtungen, Hoffnungen. Welche sind es genau? Für das Jahr 2020. Wie alt wirst du in diesem Jahr werden? Macht dir das zu schaffen? Freust du dich auf ein besonderes Ereignis? Ein Jubiläum, eine Familienfeier, vielleicht dein anstehender Ruhestand? Welche stressvollen Urteile und Gedanken verbindest du damit?
Schreibe eine Liste.
Welche Gedanken verbindest du mit einem neuen Jahr?
Erwartungen, Ängste, Befürchtungen, Hoffnungen. Welche sind es genau? Für das Jahr 2020. Wie alt wirst du in diesem Jahr werden? Macht dir das zu schaffen? Freust du dich auf ein besonderes Ereignis? Ein Jubiläum, eine Familienfeier, vielleicht dein anstehender Ruhestand? Welche stressvollen Urteile und Gedanken verbindest du damit?
Schreibe eine Liste.
Du kannst dich auf das neue Jahr vorbereiten, indem du einige der Gedanken auf der Liste mit den Fragen von The Work überprüfst, sie anschließend umkehrst und für jede Umkehrung mindestens 3 echte Beispiele findest.
Zum Beispiel:
Meine Tochter zieht von zuhause aus.
Ist das wahr? Ja
Kann ich absolut sicher wissen, dass das wahr ist? Ja
Wie reagiere ich und was passiert, wenn ich den Gedanken glaube? Ich mache mir Sorgen, frage mich, wie es wohl ohne sie zuhause sein wird. Ich frage mich, wie die Beziehung zu meinem Mann sich verändern wird, zu meinem Sohn, der noch zuhause lebt. Ich bin unsicher, denke an die Finanzierung, ob sie es schafft oder wir sie unterstützen müssen. Ich bin angespannt, will eine gute Mutter sein und loslassen.
Wer oder was wäre ich ohne den Gedanken? Ich würde jeden Moment so nehmen, wie er kommt. Ich würde mir keine Gedanken über ihren Auszug machen. Wenn er käme, dann käme er. Er würde mich vorher und nachher nicht besonders beschäftigen. Ich wäre entspannt. Fröhlich. Neugierig.
Die Umkehrungen:
Meine Tochter zieht nicht von Zuhause aus. Es ist jetzt noch nicht soweit. Ich denke zwar darüber nach, aber der Vorgang des Ausziehens findet in diesem Moment nicht statt.
Ich ziehe von Zuhause aus. Ich ziehe aus meinem gegenwärtigen und realen Zuhause aus, indem ich in meinem Kopf ein anderes (virtuelles) Zuhause (ohne sie) kreiere.
Meine Tochter zieht Zuhause ein. Sie zieht in ihr Zuhause ein.